In den USA sind 264 Millionen Waffen im Umlauf. Die Hälfte davon besitzen aber nur drei Prozent der Bevölkerung, die sogenannten "Hardcore Super Owners". Will man die Waffen reduzieren, ist es aber sinnvoller, eine andere Gruppe anzusprechen.

Durchschnittlich müssten eigentlich 80 Prozent der Amerikaner eine Waffe haben. So ist es aber nicht. Die vielen Waffen sind ungleich verteilt. Die Hälfte aller Pistolen und Gewehre ist in den Händen sogenannter "Hardcore Super Owners". Das sind klischeegetreu meist konservative weiße Männer, die auf dem Land leben.

Darunter sind Waffen-Narren, Liebhaber und Sammler historischer Waffen, aber auch Prepper, die sich auf jedes erdenkliche Szenario vorbereiten - und vielleicht kann man sich mit den vielen Waffen im Kriegsfall ja eine eigene Armee aufbauen.

Ein beruhigendes Ergebnis der Guardian-Studie: Die Zahl der Amerikaner, die angeben eine Pistole und keine weitere Waffe zu besitzen, ist weniger geworden. Eine Gruppe geht aber gegen den Trend: Die Frauen. Mehr Frauen als früher wollen sich selbst verteidigen können.

"Zwar gibt es laut Statistik in den USA weniger Waffengewalt, aber offenbar fühlen sich die Frauen mehr bedroht und holen sich eine Waffe zur Beruhigung."
Matthis Dierkes, DRadio WIssen

Die Macher der Studie stellen fest, dass die USA eigentlich sicherer werden, die Zahl der Waffen, die im Umlauf sind, aber weiter steigen. In den vergangenen 20 Jahren kamen 70 Millionen Waffen dazu. Eine konkrete Aussage zu der Frage, ob ein strikteres Waffengesetz helfen würde, die Zahl der Waffen zu reduzieren, treffen die Studienautoren nicht. Sie schlagen aber vor, sich bei der Aufklärung auf die Menschen zu konzentrieren, die eine Waffe oder nur wenige besitzen.