In den US treibt die Angst vor Unruhen anlässlich der Wahlen Waffenverkäufe in die Höhe. Allein im September sind 1,8 Millionen Gewehre und Handfeuerwaffen verkauft worden. Das sind rund 66 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch deutsche Unternehmen verdienen gut daran.

"Wir haben Angst, und deshalb kaufen wir Waffen", so begründet ein junger Mann in den USA seine Entscheidung, sich seine erste Waffe zu kaufen. Damit ist er nicht allein. Fast fünf Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten haben sich in den vergangenen Monaten zum ersten Mal eine Waffe gekauft. Allein diesen September sind in den USA 1,8 Millionen Waffen verkauft worden, 66 Prozent mehr als im September 2019.

In den Vereinigten Staaten boomt der Waffenmarkt. Die Aktien von Sturm, Ruger & Co. sind Anfang des Jahres teilweise um die 80 Prozent gestiegen. Von diesem Geschäft profitieren aber auch deutsche Waffenhersteller.

Deutsche Waffenhersteller: Klare Unterstützung für Trump

Wie groß der Anteil deutscher Unternehmen am amerikanischen Waffenmarkt konkret ist, lässt sich laut Daniel Harrich nicht sagen. Der Journalist recherchiert investigativ zu Waffenhandel und Rüstungsindustrie. "Die amerikanischen Waffenbehörden geben sicherlich auch aus politischen Gründen keinen direkten prozentualen Anteil der unterschiedlichen Staaten und der unterschiedlichen Waffen preis", sagt Harrich. Sicher sei aber, dass der deutsche Produzent Sig Sauer der größte Kleinwaffenexporteur der USA ist. Schätzungsweise bringe das auf dem US-Markt Einnahmen im dreistelligen Millionenbereich.

"Man kann davon ausgehen, dass der deutsche Kleinwaffenproduzent Sig Sauer auf dem US-Markt auf einen dreistelligen Millionenbereich kommt."
Daniel Harrich recherchiert seit Jahren investigativ zu Waffenhandel und Rüstungsindustrie

Das Unternehmen hat seinen Geschäftssitz inzwischen aus Deutschland in die USA verlegt, wobei es zu 100 Prozent zur deutschen Holding gehört. Soweit nachvollziehbar fließen alle Gewinne nach Deutschland. Heckler und Koch, ein anderes deutsches Unternehmen, hat 2017 sogar ein eigenes Werk in den USA gebaut, um potenzielle Einfuhrzölle zu umgehen. Eine klare Reaktion auf Trumps "America-First", meint Daniel Harrich.

Warum sich in den nächsten Jahren kaum etwas ändern dürfte

In Anbetracht dessen findet es der Journalist und Dokumentarfilmer nicht verwunderlich, dass Unternehmen wie Sig Sauer den US-Präsidenten Donald Trump unterstützen. Einer von Trumps Söhnen sei mehrfach in der Fabrik von Sig Sauer in New Hampshire gewesen. Außerdem habe das Unternehmen Trumps Wahlkampf 2016 mit über 100.000 Dollar unterstützt.

"Im Wahlkampf haben sich weder Trump noch Biden von der Waffenlobby oder dem Waffengesetz distanziert."
Daniel Harrich, recherchiert seit Jahren investigativ zu Waffenhandel und Rüstungsindustrie

Der Ausgang der Wahl wird nicht viel in puncto Waffenbesitzrecht ändern; davon ist Daniel Harrich überzeugt. Höchstens würde eine Biden-Regierung potenzielle Käufer von vollautomatischen oder halbautomatischen Waffen strenger überprüfen. Trumps Republikaner stehen voll hinter dem Recht, eine Waffe zu tragen, und die Demokraten schweigen dazu. Daniel Harrich sagt: "Das bedeutet letztendlich, sie werden nichts dagegen tun."