Die UNO sucht einen neuen Generalsekretär. Erstmals gibt es dafür so etwas ähnliches wie ein öffentliches Bewerbungsverfahren.

Ende des Jahres tritt Ban Ki-moon als Generelsekretär der Vereinten Nationen ab. Bis dahin wird eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gewählt, wie immer, wenn der alte Generalsekretär abtritt. Doch dieses Jahr läuft die Wahl etwas anders ab.

Zwar bestimmt der UN-Sicherheitsrat die neue Person an der Spitze der UNO. Das hat sie bisher aber mehr oder weniger im Geheimen gemacht. Dieses Jahr finden zum ersten Mal öffentliche Anhörungen der Kandidatinnen und Kandidaten statt - unter anderem werden die Kandidaten in der Generalversammlung in Townhall-Meetings befragt. Die Fragen dazu kommen teilweise aus der Zivilgesellschaft.

"Die Kandidaten für den Posten des UN-Generalsekretär betreiben eine Wahlkampf", sagt Christian Stock, Politologe an der Universität Halle/Saale. Ist der vorüber gibt es auch Probeabstimmungen, um ein Stimmungsbild zu erhalten. Zwar schafft dieser Wahlkampf keinen offiziell Handlungsdruck auf den Sicherheitsrat - der wird am Ende immer noch selbst entscheiden -, "aber zumindest entsteht ein öffentlicher Druck, sodass nicht irgendetwas entschieden werden kann", sagt Politologe Stock.

Die Kandidaten müssen in den Fragerunden zu verschiedenen Themen Stellung beziehen. Das reicht von Fragen wie "Was kann die UN für den Sport tun?" über Ideen zur Friedenssicherung bis zur Frage, wie man sich zur Annexion der Krim positioniert.

Christian Stock sieht generell drei wichtige Kriterien, die ein Kandidat erfüllen muss, der Generalsekretär werden möchte:

  • Erfahrung in hohen öffentlichen Ämtern
  • Führungsfähigkeiten. Der Generalsekretär leitet schließlich eine Organisation mit 41.000 Mitarbeitern
  • Er muss Diplomat sein und sich selbst zurücknehmen können

Einen eindeutigen Favoriten sieht Christian Stock derzeit nicht.