Am kommenden Sonntag wählt Brasilien einen neuen Präsidenten. Der rechtsradikale Jair Bolsonaro geht als klarer Favorit in die Stichwahl. Sein Hass gegen Frauen, Schwarze und Homosexuelle scheint in Brasilien weit verbreitet zu sein. 

Der amerikanische Kontinent könnte bald um einen weiteren Trump reicher sein. Der Politiker Jair Bolsonaro gilt als "Trump Brasiliens" und hat die erste Runde der Präsidentenwahl in Brasilien vor rund drei Wochen klar für sich entschieden. In der Stichwahl am kommenden Sonntag tritt Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei gegen ihn an. Nur die wenigsten rechnen ihm noch realistische Chancen zu.

Jair Bolsonaro ist ein Freund der Militärdiktatur

Die fünftgrößte Demokratie der Welt scheint auf dem sicheren Weg zu sein, einen Mann zum Präsidenten zu wählen, der die ehemalige Militärdiktatur in Brasilien verherrlicht, und aus seiner rechtsradikalen Gesinnung kein Geheimnis macht, sagt unser Korrespondent Ivo Marusczyk.

"Ich könnte keinen schwulen Sohn lieben. Ich hätte lieber, dass er bei einem Autounfall sterben würde."
Jair Bolsonaro, Präsidentschaftskandidat in Brasilien, in einem Interview mit dem Playboy

Der Ex-Militär spricht sich für Folter aus und will hart gegen Verbrecher vorgehen. Aber auch gegen seine Gegner vom linken politischen Spektrum. Denen hat er im Wahlkampf schon mit einer politischen Säuberung und Gefängnis gedroht.

Bolsonaro verbreitet Fake-News per Whatsapp

Bolsonaros Wahlkampf besteht seit einem Attentat auf ihn im September nur noch aus Äußerungen auf seinen Social-Media-Kanälen. Mit der finanziellen Unterstützung einiger Unternehmer wurde Whatsapp in Brasilien mit Fake-News vollkommen überflutet. Darunter auch manipulierte Bilder seines Gegners Fernando Haddad.

"Du bist es nicht wert, von mir vergewaltigt zu werden."
Jair Bolsonaro, Präsidentschaftskandidat in Brasilien, über eine Abgeordnete im Parlament.

Das politische Programm von Bolsonaro, sollte er wirklich am Sonntag zum Präsidenten gewählt werden, ist bisher allerdings erst in Ansätzen zu erkennen, sagt Ivo Marusczyk. Bolsonaro kündigte an, Staatsbetriebe privatisieren - und Schusswaffen weitgehend freigeben zu wollen. Damit will er die ausufernde Gewalt in Brasilien in den Griff bekommen. Indigene Völker würden unter seiner Präsidentschaft keinen Zentimeter Land mehr zugesprochen bekommen.