Die Wahl in Hongkong ist weit entfernt von einer freien, demokratischen Abstimmung. Der Einfluss Chinas wächst, und manche fürchten heute schon, in Zukunft auf manche Bürgerrechte verzichten zu müssen.

Am Sonntag (26.03.) wird in Hongkong gewählt. DRadio-Wissen-Reporter Steffen Wurzel sagt dazu: "die sogenannte Wahl". Die Bürger Hongkongs stimmen nämlich nicht selbst ab, sondern rund 1200 Wahlleute, die wiederum auch nicht gewählt, sondern abgesandt worden sind. Sie bestehen aus Geschäftsleuten, Lobbyisten, Interessensvertretern und gelten als pro Festland-China.

Vor zweieinhalb Jahren hatten die Bürger noch gegen ein solches undemokratische Wahlsystem protestiert - in Sinne der freien Wahl war die Demonstration also nutzlos. Aber: Aus den Protesten haben sich auch politische Bewegungen entwickelt, zum Beispiel die Partei Demosistō, die auch im Parlament vertreten ist.

Gesellschaft ist gespalten

Steffen Wurzel sagt, die Gesellschaft in Hongkong sei gespalten: Die einen sind politisch, die anderen sind unpolitisch. Dann gibt es reiche und weniger reiche. Vor allem die mit viel Geld erachten den Einfluss Chinas auf Hongkong als positiv, weil die politische Stabilität und das Geld aus China der Wirtschaft Hongkongs helfe.

Und dann gibt es noch die älteren und die jüngeren. Steffen Wurzel sagt: Zurzeit ist die Gesellschaft in Hongkong ziemlich frei und ausgestattet mit Bürgerrechten und einer Presse- und Internetfreiheit. Die jüngeren fürchten, dass sich das ändern könnte, wenn Hongkong in 30 Jahren zurück an China fällt. Dann sind sie zwischen 50 und 60 und wollen diese Rechte nicht aufgeben müssen. Also engagieren sie sich heute schon und sind besorgt. Trotzdem: Der Einfluss von China wächst.