Die jüngeren Russen kennen im Grunde nur einen Präsidenten: Für sie zählt vor allem Stabilität. Das macht den Wahlkampf einfach für Putin.

Am 31. Dezember 1999 wurde Wladimir Putin zum ersten Mal russischer Präsident, zwischendurch war er mal ziemlich präsidialer Ministerpräsident, dann wieder Präsident. Er macht den Job also im Grunde schon seit 18 Jahren. Am 18. März will er wieder gewählt werden.

Unser Reporter Vassili Golod hat viele 20- bis 35-Jährige Russen getroffen, die für Wladimir Putin stimmen wollen. Diese  Wähler wünschen sich Stabilität, Kontinuität und Sicherheit. Sie glauben, dass Wladimir Putin ihr Land nach der Wirtschaftskrise in den 90er Jahren stark gemacht hat. Sie fürchten ökonomischen Niedergang und einen Verlust internationaler Anerkennung.

Status quo statt Ideen

Die jungen Generationen sind mit Wladimir Putin als Staatsoberhaupt groß geworden. Für viele seiner Anhänger stehe deswegen seine Person und seine Politik für Sicherheit. Also tritt Wladimir Putin auch nicht mit großen Projekten und Veränderungsplänen zum Wahlkampf an. Für ihn reicht es aus, mit dem Status quo zu werben. 

"Sein Programm lautet: Putin ist Russland und Russland ist Putin. Was ich feststelle – er kommt damit ganz gut durch."
Vassili Golod, Journalist

Wladimir Putin hat sieben Gegenkandidaten: Zum Beispiel Xenia Sobtschak. Sie ist 36 Jahre alt. Sie ist sehr wohlhabend, ganz Russland kennt sie aus dem Fernsehen. Früher war sie TV-Moderatorin, später regierungskritische Journalistin.

Obwohl sie die Besetzung der Krim durch Russland kritisiert und auch die Korruption im Land anprangert, wird sie doch auch als Marionette von Putin bezeichnet. Das liegt daran, dass ihr Vater Anatoli Sobtschak am Anfang von Wladimir Putins politischer Karriere als dessen Förderer auffiel.

"Sie meint es ernst. Sie ist die einzige, die Putin offen und auch wirklich scharf angeht."
Vassili Golod, Journalist

Im Gegensatz zu Xenia Sobtschak darf Alexej Nawalny nicht bei der Wahl antreten. Der wohl größte politische Konkurrent Wladimir Putins könnte die Wahl dennoch beeinflussen. Er ruft zum Wahlboykott auf und möchte Wahlmanipulationen nachweisen.

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