Piotr Koper und Andreas Richter sind sich sicher: Sie haben in der Nähe der polnischen Stadt Walbrzych einen alten Zug der Nazis entdeckt - verschüttet in einem geheimen Tunnel. Zu allem Überfluss soll dieser Zug mit Gold und anderen Schätzen beladen sein. Was ist dran an der Geschichte vom Zug mit dem Nazigold?

Bis 1945 hieß Walbrzych in Niederschlesien noch Waldenburg. In den letzten Kriegstagen soll in Breslau ein Zug abgefahren sein mit dem Ziel Waldenburg. Allerdings kam dieser Zug nie in Waldenburg an. 1955 brachte ein polnischer Minenarbeiter das Gerücht auf, die Nazis hätten ebenjenen Zug in einem Tunnel vergraben. Angeblich sollen die Nazis die Goldreserven der Breslauer Banken in den Zug geladen haben, um sie vor der anrückenden Roten Armee in Sicherheit zu bringen - soweit die Legende.

Andreas Richter ist Deutscher und lebt seit den 90er Jahren in Walbrzych. Seit er das erste Mal die Legende vom Goldzug gehört hat, geht ihm die Geschichte nicht mehr aus dem Kopf. Später tut er sich mit dem Polen Piotr Koper zusammen, Besitzer einer Baufirma und Mitglied im Schatzsucherverein. Andreas Richter kennt sich mit Stammbäumen aus, Piotr Koper mit Betonmischern. Sie sind das perfekte Team. Der Ausgangspunkt für ihre Suche: Bahnkilometer 65 entlang der Strecke Breslau-Waldenburg. Dort vermuten sie einen verschütten Tunnel unter der Erde, wo der Zug reingefahren sein könnte.

Panzer statt Gold?

Zunächst untersuchen Andreas und Piotr den Boden und stellen fest: Genau an der Stelle, wo sie den Zug vermuten, liegen gehauene Granitblöcke, die für Einfahrten oder Tunnel verbaut werden. Daraufhin macht Andreas Richter Messungen mit einem Bodenradar. Aus den Aufnahmen erstellt er mit einem speziellen Programm eine 3D-Version. Darauf zu sehen: Gelblich-braune Strukturen, eine unnatürliche Abfolge von großen metallischen Behältern, die aussehen wie Panzer, die auf einem Zug stehen.

Kritiker werfen den Schatzsuchern vor, bei den Bildern handele es sich um Fotomontagen. Zeitgleich führen Geowissenschaftler der TU Krakau Bodenmessungen durch und stellen fest: Da ist nichts, allenfalls ein Tunnel aber kein Zug. Belibt die Frage: Wer hat Recht? Die Hobbyhistoriker oder die Experten?

Um ihre Widersacher zu überzeugen, fordern Andreas Richter und Piotr Koper, dass sie nach dem Zug graben dürfen. Die polnische Bürokratie spielt nicht mit. Andreas und Piotr brauchen Genehmigungen für alles: Radarmessungen, das Fällen von Bäumen, das Graben. Genau die bekommen sie aber nicht. Die Hoffnung, endlich graben zu dürfen, geben sie trotzdem nicht auf.