Bäume! Ihre bunten Blätter sind schön anzusehen, sie segeln sanft zu Boden, es riecht gut im Wald … all das zusammen ist sehr gesund, sagt eine Ärztin und verschreibt Waldspaziergänge auf Rezept. Wofür sind sie gut? Sollten wir am Wochenende alle ab in den Wald?

Eine Kardiologin in Mecklenburg-Vorpommern verschreibt heilsame Waldspaziergänge. Ein Spaziergang im Wald ist tatsächlich so eine Art Naturpille, sagt Martin Schütz von Deutschlandfunk Nova. Der Wald soll bei bestimmten Krankheitsbildern eine enorm heilende Wirkung haben, sagen Wissenschaftler.

"Das Ganze ist mehr als nur ein Gefühl: Wissenschaftler sind sich sicher, dass der Wald ein kleines Hospital ist."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Ein 20- bis 30-minütiger Spaziergang kann das persönliche Stresslevel enorm senken, sagen zum Beispiel Forscher der Uni Michigan im Fachmagazin "Frontiers in Psychology". Er reiche aus, um effektiv den Cortisol-Spiegel im Körper zu senken. Das Stresshormon reduziert sich im Wald, egal ob die Spazierenden gehen oder sich hinsetzen.

Wirksames Mittel gegen Stress

Auch das Steroidhormon DHEA werde durch Spaziergänge im Wald vermehrt produziert, sagt der Biologe Clemens Arvey. Das ist eine Substanz, die den Menschen vor der koronaren Herzkrankheit schützt. Außerdem würde dadurch der Blutdruck gesenkt und der Parasympathikus, der "Nerv der Ruhe", werde aktiviert und Menschen mit Burn-out könnten sich besser entspannen.

Ohnehin tut Bewegung an der frischen Luft nachgewiesenerweise gut: Unser Immunsystem profitiert, unser Gewicht sinkt und die UV-Strahlen des Sonnenlichts helfen bei der Produktion von Vitamin D und gegen Depressionen.

Positive Wirkung der "Terpene"

Dass uns Menschen der Wald so guttut, hat wahrscheinlich mit den so genannten Terpenen zu tun – chemischen Verbindungen, die in vielen Pflanzen, zum Beispiel in der Kiefer, natürlich vorkommen. Sie sind Hauptbestandteil vieler ätherischer Öle. Wenn wir Menschen sie einatmen, profitieren wir davon massiv, glaubt Clemens Arvey. Die Pflanzen kommunizieren untereinander mit diesen Terpenen: Sie können sich damit über Angreifer und Schädlinge informieren oder auch Nützlinge zur Verteidigung anlocken, erklärt der Biologe.

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Laut einer japanischen Studie soll durch Waldspaziergänge auch die Anzahl der natürlichen Killerzellen erhöht werden, einer Untergruppe der weißen Blutzellen und Teil des menschlichen Immunsystems. Die Killerzellen können dem menschlichen Körper bei der Abwehr von Krebszellen helfen.

Auch wenige Bäume sind schon gut

All das funktioniert natürlich nicht nur im Wald – dort aber besonders konzentriert, erklärt Martin Schütz. Bäume haben aber auch schon in geringer Stückzahl einen positiven Effekt für unsere Gesundheit. Laut amerikanischen Wissenschaftlern führen mehr Bäume in einer Wohngegend zu weniger Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes.

Und Bäume vor den Fenstern von Krankenhäusern sollen den Effekt haben, dass die Patienten weniger Schmerzmittel nehmen müssen. Selbst ein bisschen Arbeit im Garten oder Schrebergarten kann das schon auslösen.