Der Ozean bedeckt mehr als 70 Prozent unseres Planeten und produziert rund die Hälfte des Sauerstoffs, den wir zum Leben benötigen. Unzählige Lebewesen sind hier zu Hause, von riesigen Säugetieren über Fische und Krebstiere bis hin zu Mikroorganismen wie Bakterien oder mikroskopischen Algen. Aber: Das größte zusammenhängende Ökosystem unseres Planeten ist in Gefahr!

Gerade mal ein Prozent des gesamten Ozeans ist bisher erforscht. Neue technische Möglichkeiten lassen uns gerade in den letzten Jahren immer weiter vordringen - für Meeresforscher sind das äußerst spannende Zeiten. Das liefert uns nicht nur wichtige Informationen über diesen gigantischen Lebensraum und unseren Einfluss auf ihn, sondern offenbart auch neue Möglichkeiten die Meere zu nutzen. Und das ist nicht nur gut. "Wir haben eine Erde und die hat einen Ozean", mahnt der Klimaforscher und Ozeanograph Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

"Die Zukunft der Meere: zu warm, zu hoch, zu sauer."
Martin Visbeck, GEOMAR

Wir sollten deshalb nicht nur um der Ozeane selbst Willen, ihrer Artenvielfalt wegen, gut mit ihnen umgehen. Wir sind auch abhängig von ihnen. So produzieren sie beispielsweise rund die Hälfte des Sauerstoffs, den wir benötigen, und dienen uns als wichtiger Klimapuffer. Visbeck ist nicht generell gegen eine "blaue Ökonomie", er mahnt nur zum umsichtigen und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen: Am Ende liege es nämlich daran, wie wir uns verhalten.

"Wir haben schon viele Sachen kaputt gemacht. Das Meer müssen wir nicht auch noch kaputt machen."
Martin Visbeck, GEOMAR

In seinem Vortrag "Mensch und Meer", den Martin Visbeck im Rahmen der Reihe "Exkurs" der Deutschen Forschungsgemeinschaft am 30. November 2016 in Bonn gehalten hat, gibt er einen Überblick über den Status Quo der Meeresforschung:

  • Mit welchen Mitteln und Methoden wird derzeit geforscht?
  • Was wissen wir bereits und was nicht?
  • Welche Diagnosen und Prognosen stellen die Meeresforscher?
  • Und vor allem: Was erwartet den Ozean in der Zukunft?