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Die Corona-Warn-App hält es mit ihren Funktionen minimalistisch: Sie meldet ihren Nutzerinnen und Nutzern mögliche Risikobegegnungen. Infos darüber, welche Corona-Vorschriften wo gelten, gibt sie nicht. Das übernimmt jetzt Nina. Die App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Nina, die Notfall-Informations- und Nachrichten-App, soll ihre User eigentlich im Katastrophenfall vor einer Gefahr warnen. Großbrände, Gefahrstoffausbreitung, Terroranschläge und Raketenangriffe zählen dazu. Seit Beginn der Corona-Pandemie bündelt die App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) aber auch Infos über das neuartige Coronavirus und dessen Ausbreitung in Deutschland.

Neues Feature

Seit Anfang Dezember 2020 bildet die App Nina jetzt auch die lokalen Corona-Regeln ab, die auf Kreisebene gelten. Die neue Version 3.3 ist quasi Sammelbecken an Infos über das Coronavirus und in sieben Fremdsprachen verfügbar.

"Nina liefert geradezu enzyklopädisch Lesestoff."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat hat die Nina-Warn-App zum Beispiel für Köln getestet. Neben der Stufe der Infektionsgefahr, die von der Höhe der Fallzahlen pro 100.000 Einwohnern ausgeht, zeigt ihm die App die für seinen Standort relevanten Corona-Vorschriften an: Veranstaltungen, private Feiern, Kontaktbestimmungen im öffentlichen Bereich, bei der Arbeit und im privaten Bereich, Bußgelder - die App bildet ab, was gerade gilt. Immer mit dem Hinweis, ob es sich hierbei um eine Vorschrift auf Kreis- oder Landesverordnung handelt oder ob sie auf einer Bundesempfehlung beruht.

Zusätzlich können Nutzer auf Leitfäden wie "Corona-Grundwissen" oder "Mit der Ausnahmesituation leben" zugreifen. Einen Corona-Newsticker über aktuelle Meldungen zum Virus gehört auch dazu.

Eine App fürs Wissen, eine zum Schutz

Das heißt, um möglichst vollständig informiert zu sein, braucht ihr jetzt zwei Apps. Jedenfalls wenn ihr beide Funktionen nutzen möchtet. Denn bei der Corona-Warn-App bleibt es wohl vorerst bei ihrer reinen Warnfunktion über Risikobegegnungen. Zumindest ist bislang keine Änderung bekannt.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat vermutet, dass das reduzierte Feature die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer sicherstellen soll. Hier gilt also Tracing statt Tracking: Nur das nötigste für die Verfolgung der Infektionsketten festhalten und weiter keine personenbezogenen Daten sammeln.

"Die Corona-Warn-App mit der Registrierung von Personenkontakten und Infektionen ist grundsätzlich heikler. Möglicherweise ist da das Konzept der Entwickler, sie so minimalistisch wie möglich zu halten."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Die Nina-Warn-App hingegen benötigt Zugriff auf den aktuellen Standort ihrer User. Den leitet die App aber weder an das BKK noch an Dritte weiter, sondern verarbeitet die Daten direkt auf dem Smartphone.

Zum Vergleich: Bei der Corona-Warn-App muss die Standortfunktion bei Android-Smartphones offenbar nur aus Sicherheitsgründen aktiviert sein. Grund hierfür ist die eingeschaltete Bluetooth-Funktion. Die App ruft aber keine GPS-Daten ab.