Auf etwas zu warten, kann sich lohnen. Menschen können das, Affen - und sogar Tintenfische. Die Belohnung: Eine Garnele.

Auch Tintenfische wissen offenbar, dass man durch Warten manchmal belohnt wird, wie Forschende der Cambridge University jetzt in ihrer Studie schreiben. Dafür haben sie mit den Weichtieren den Marshmallow-Test gemacht.

Den kennt man eigentlich von Kindern. Bei dem Test dürfen Kinder wählen, entweder sofort einen Marshmallow zu bekommen oder zu warten und dann zwei Stück zu erhalten.

Zwei Minuten warten für die Garnele

Analog dazu hatten die Tintenfische die Wahl, direkt ihr Futter zu bekommen oder abzuwarten und dafür mit einer lebenden Garnele belohnt zu werden.

Es zeigte sich: Manche der Weichtiere konnten bis zu 130 Sekunden auf ihre Garnele warten. Laut den Forschenden ist diese Verhalten vergleichbar mit dem von Wirbeltieren mit großen Gehirnen.

"Tintenfischen können über zwei Minuten warten, um besseres Futter zu bekommen. Und die Tintenfische, die in dem Test am längsten warten konnten, schnitten auch in einem anschließenden Intelligenztest besser ab."
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Zusätzlich sollten die Tintenfische einen Test machen, der an einen Intelligenztest angelehnt war. Dabei sollten sie lernen, ein Bild mit einem Leckerli zu verbinden.

Nachdem die Forschenden das vorherige Bild umgedreht hatten, sollten die Tintenfische das Leckerli mit einem anderen Bild in Zusammenhang bringen. Das Ergebnis: Die Weichtiere, die bei dem Marshmallow-Test am längsten gewartet haben, konnten die Bildaufgabe am besten lösen.

Warten optimiert Jagdverhalten

Die Fähigkeit, länger auf etwas zu warten, hilft den Tintenfischen auch in ihrer natürlichen Umgebung. Laut den Forschenden haben sie durch Warten ihr Jagdverhalten optimiert.

Sie erklären das so: Bei der Suche nach Nahrung bewegen sich Tintenfische die meiste Zeit nicht vom Fleck, bis ihre Beute ganz in ihrer Nähe ist. Sobald die Weichtiere ihre Beute jagen, müssen sie ihre Tarnung aufgeben und machen sich damit wiederum für ihre Fressfeinde angreifbar. Warten sie stattdessen, bis das Futter zu ihnen kommt, sind sie länger geschützt.

Laut den Froschenden ist die Impulskontrolle ein Beispiel für die konvergente Evolution, einem Grundprinzip der Natur. Das besagt, dass sich in verschiedenen Spezies unabhängig voneinander die gleichen Verhaltensweisen entwickeln können.