Frösche quaken schriller, Vögel finden keinen Wirt – der Klimawandel hat dramatische Auswirkungen.

Wenn dem karibischen Höhlen-Pfeiffrosch zu heiß ist, dann hört man das: Er besingt seine Angebetete nicht mehr so ausgiebig. Das bedauern nicht nur die Weibchen, sondern auch Wissenschaftler von der University of California. Der Grund: Wenn der Frosch seinen Ton nicht mehr lange halten kann und zu hoch singt, kann das etwas mit dem Klimawandel zu tun haben.

Sowohl die Tonlage als auch die Größe der Frösche ändert sich nämlich mit der Temperaturerhöhung durch den Klimawandel. Besonders gut beobachten lässt sich das in Puerto Rico. Auf Meereshöhe, wo es wärmer ist, sind die Froschmännchen kleiner und produzieren hellere, schrillere Laute. Auf 1000 Meter Höhe, wo es kühler ist, balzen deutlich größere Männchen, die auch tiefer quaken. Je wärmer, desto kleiner - eine typische Anpassung bei Tieren, die ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können. Ein kleinerer Körper - das heißt gleichzeitig eine hellere Stimme.

Zu spät zurück aus dem Winterquartier

Biologe Mario Ludwig erklärt, dass das Froschmännchen nicht der einzige Verlierer des Klimawandels ist. Auch auf die heimische Vogelwelt haben die Veränderungen dramatische Auswirkungen. Ornithologen ist schon länger aufgefallen, dass Zugvögel mittlerweile deutlich früher aus ihren Winterquartieren in unsere Breiten zurückfliegen. Mit einer Ausnahme: Der Kuckuck trudelt weiterhin erst Mitte April in Mitteleuropa ein. Mit dramatischen Folgen: Wenn der Nachzügler eintrifft, haben die klassischen Wirtsvogelarten schon längst mit der Brut begonnen, teilweise sind sogar die ersten Jungen geschlüpft. Der Kuckuck hat also keine Chance, seine Eier unbemerkt in ein fremdes Nest zu schmuggeln.