"Die Entdeckung der Unendlichkeit" erzählt von der Collegezeit des weltberühmten Physikers Stephen Hawking. Die Zeit, in der er die Liebe seines Lebens kennenlernte - und die Zeit, in der bei ihm die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose ( ALS) diagnostiziert wurde.

Weihnachtszeit ist Kinozeit - und neben den obligatorischen Abenteuern aus Mittelerde lockt in diesem Jahr vor allem ein Film: "Die Entdeckung der Unendlichkeit" erzählt von der Collegezeit des weltberühmten Physikers Stephen Hawking. Die Zeit, in der er die Liebe seines Lebens kennenlernte - und die Zeit, in der bei ihm die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose ( ALS) diagnostiziert wurde. Vielen wurde diese Krankheit in diesem Jahr durch die zahlreichen Ice-Bucket-Challenges ins Bewusstsein gerückt, mit denen Geld für die Erforschung dieses Leidens gesammelt wurde.

Was bei ALS im Körper abläuft? Die Nervenzellen im Rückenmark verabschieden sich, erklärt Peter Young, Direktor für neuromuskuläre Erkrankungen an der Uniklinik Münster. Die Folge: Die Verbindungen zur Muskulatur sterben ab, was für Muskelschwund sorgt. Die Arme und Beine der Erkrankten werden immer dünner, sie können nicht mehr laufen und irgendwann auch nicht mehr atmen. Der Grund: Die Nervenzellen des Zwerchfells, unseres wichtigsten Muskels, der bei der Atmung hilft, sterben ebenfalls ab. Andere Muskelgruppen, wie etwa das Herz oder die Muskelgruppen der Eingeweide, sind nicht betroffen. Auch das Hirn wird in der Regel nicht angegriffen.

Sehr gute Pflege

Normalerweise führt ALS in vier bis fünf Jahren zum Tod. Stephen Hawking ist die große Ausnahme. Fachleute gehen davon aus, dass er eine spezielle Form von ALS hat, die deutlich langsamer verläuft. Außerdem werde er aber auch sehr gut behandelt, sagt Peter Young. Dabei spielt vor allem die Beatmung eine Rolle: Stephen Hawking wurde nach einem Luftröhrenschnitt ein Schlauch in die Luftröhre eingeführt. Seine Lunge wird außerdem von einer Maschine unterstützt. Eine weitere Besonderheit bei Stephen Hawking: Er ist nicht komplett gelähmt.

Bei den meisten Patienten, die sich für einen Luftröhrenschnitt entscheiden, kommt irgendwann eine Lungenentzündung dazu, die nicht mehr behandelt werden kann. In Deutschland entscheiden sich viele Patienten daher dazu, diesen Schritt gar nicht mehr zu gehen, sagt Peter Young. Sie lassen sich eine Zeit lang mit einer Maske beatmen und verfügen dann zu sterben. Klar ist: ALS lässt sich bislang nicht heilen. Hier müsse noch sehr viel geforscht werden, sagt Peter Young.