Er sendet nicht, gibt keine Unterlassungserklärung ab, aber um ihn selbst gibt es viele Diskussionen. Juristisch ist das letzte Wort um den Fall Böhmermann noch nicht gesprochen. Aber ist die Aufregung um Satire in Deutschland nicht langsam übertrieben? Eine Diskussion in Eine Stunde Was mit Medien.

Am Ärger zwischen TV-Satiriker Böhmermann und dem türkischen Präsidenten Erdogan kommt man auch in dieser Woche nicht vorbei: Anne Will titelte am Sonntag ihre Sendung "Streit um Erdogan-Kritik - Kuscht die Bundesregierung vor der Türkei?" Maybrit Illner fragte in ihrer Talkshow am: "Merkels Türkei-Deal - kuschen vor Erdoğan?" Böhmermanns Radiosender Radio Eins sendet am Sonntag eine Solidaritäts-Sendung als Ersatz, die auch von weiteren öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten übertragen wird und Bild-Herausgeber Kai Diekmann irritierte mit einem gefälschten, oder wie er sagt: "satirischen" Böhmermann-Interview.

Das letzte Wort in der Causa Böhmermann ist noch längst nicht gesprochen. Doch während sich der TV-Moderator seit Tagen aus der Öffentlichkeit zurückhält, fragen sich einige, ob es mit der öffentlichen Debatte nicht inzwischen übertrieben wird. Darüber diskutieren Daniel Fiene und Dennis Horn zusammen mit ihren Gästen Schiwa Schlei, Wort-Chefin bei Funkhaus Europa, Franziska Bluhm, Leiterin digitale Vernetzung bei der Verlagsgruppe Handelsblatt und langjährige Chefredakteurin von Wirtschaftswoche.de sowie Thomas Lückerath Chefredakteur des Medienmagazins dwdl.de.

Der Rundfunkbeitrag soll sinken

Der Rundfunkbeitrag soll sinken. Die KEF, eine Experten-Kommission die sich mit der Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender beschäftigt, empfiehlt, dass der Rundfunkbeitrag um 30 Cent sinken soll. Ab 2017 könnte der Beitrag dann 17,20 Euro für ARD, ZDF und das Deutschlandradio betragen, wenn die Bundesländer zustimmen.

Extra-Geld und Finanzierungslücke

Die Begründung der KEF: Seit der Umstellung auf die Haushaltsabgabe im Jahr 2013 sind mehr als 1,5 Milliarden Euro zusätzlich eingenommen worden als erwartet. Bisher liegt dieses Geld auf Sperrkonten, soll aber ab 2017 aufgebraucht werden dürfen. Dieses Extra-Geld reicht dann bis 2020, sagt DRadio-Wissen-Reporter Christoph Sterz, danach drohe eine Finanzierungslücke. Dann könnte der Rundfunkbeitrag deutlich angehoben werden.

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