Pendlerschicksal: Volle Bahnsteige, überfüllte Züge, Verspätungen, Essensdünste und motzige Fahrgäste. Das stresst. Es gibt aber Methoden, die uns helfen, ruhig zu bleiben.

Viele fahren lieber mit dem Regionalzug zu Arbeit und lassen das Auto stehen. So können sie Staus vermeiden und müssen sich nicht schon am frühen Morgen auf den Autoverkehr konzentrieren. 

Aber Bahnfahren ist nicht unbedingt frei von Stress. Gestresste Pendler warten auf vollen Bahnsteigen, um sich in überfüllte und oftmals auch verspätete Züge zu drängen. Eine entspannte Zugfahrt zur Arbeit sieht anders aus. 

"Wir können uns alle wunderbar in Wut und Ärger reinsteigern."
Jeanette König, Hypnosetherapeutin

Auch in naher Zukunft wird es nicht besser werden, zeigt eine Studie des Bundesinstituts für Bau, Stadt und Raumforschung: Die Zahl der Pendler erreichte nämlich neue Rekordwerte

Durchschnittlich 60 Prozent der Berufstätigen pendeln in Deutschland. In Düsseldorf kommen etwa zwei Drittel der Beschäftigten von Außerhalb. Und die suchen Hilfe: Hypnosetherapeutin Jeanette König hat immer wieder gestresste Pendler in ihrer Praxis sitzen. 

"Wenn ich in einer Situation bin, die mich stresst, dann stelle ich mir vor, diese Situation wäre auf einer Theaterbühne oder eine Comedy."
Jeanette König, Hypnosetherapeutin

Während es manchen regelmäßigen Zugfahrer gelingt, sich per Smartphone die Realität auszublenden, sind andere völlig fertig mit den Nerven, wenn sie die Reise mit der Bahn überstanden haben und im Büro angekommen sind. Diesen Leuten empfiehlt Jeanette König das Ganze wie ein Zuschauer als lustiges Spektakel zu betrachten - und sich nicht selbst als Teil des nervenden Chaos zu sehen. 

Manch einem hilft es auch, sich meditativ auf seinen Körper zu besinnen. Gedanklich von den Füßen bis zum Kopf alle Gliedmaßen durchzugehen. Ruhig zu atmen. Und zu versuchen, sich nicht über unnötige Kleinigkeiten aufzuregen. Der Zug hat 5 Minuten Verspätung? Was sind schon fünf Minuten. Der Typ, der neben einem steht, riecht nach Zwiebeln?  Kann man eh nicht ändern, dann ist das halt so.

"Kurz mal in Gedanken in die Füße gehen, die Füße spüren. Dann in Gedanken in die Waden gehen und auch dem eignen Atem nachspüren - fühlen wie sich der Bauch hebt und senkt."
Jeanette König, Hypnosetherapeutin

Letztendlich muss jeder für sich herausfinden, was ihn genau stresst und warum und wie er am besten damit umgeht. Vielleicht verursacht gar nicht der Arbeitsweg den Stress, sondern die Probleme, die einen im Büro erwarten - und das lässt sich auch mit Atemübungen nicht beheben.