"Naziwaschbär" ist der unschöne Beiname des putzigen Tieres. Dabei ist an der Legende von der Aussiedlung des US-Kleinbären auf Geheiß Hermann Görings gar nichts dran.

Aber, wie wird aus dem Waschbär ein "Naziwaschbär"? Den Namen hat die englische Presse den in Deutschland lebenden Waschbären verpasst. In Horden seien die Waschbären aus Deutschland unterwegs, hätten schon Frankreich, Belgien und die Niederlande eingenommen. Und bald würden die Nazibären auf die britische Insel übersetzen. Ein "pelziger Blitzkrieg" drohe.

Heimische Fauna anreichern

Hintergrund ist die Jagdleidenschaft Herrmann Görings, der als zweitmächtigster Mann in Nazi-Deutschland befohlen habe, Waschbären am hessischen Edersee anzusiedeln. Doch die Nazi-Unterlagen entlarven diese Historie als falsch, sagt Tierexperte Mario Ludwig. Es sei der Leiter des Forstamtes Vöhl am Edersee gewesen, der 1934 zwei Waschbärenpärchen in die Freiheit entließ, um "die heimische Fauna zu bereichern".

Massenhafte Verbreitung

Tatsache ist, dass sich die zwei Pärchen pudelwohl fühlten und sich fleißig vermehrten. 1956 wurden einige Hundert Tiere gezählt und 1970 waren es bereits 20.000 Waschbären. Heute werden die Tiere auf eine halbe Million geschätzt, die sich über fast ganz Deutschland verbreitet haben.

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