Wasserknappheit ist ein Thema, über das wir uns in Zukunft mehr unterhalten müssen. Denn: Dürren werden uns auch in den nächsten Jahren begleiten. Die Bundesregierung arbeitet jetzt an einer nationalen Wasserstrategie, damit wir auch 2050 noch ausreichend Trinkwasser haben.

Der Klimawandel schreitet weiter voran und mit ihm extreme Wetterereignisse. Im vergangenen Jahr hat die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gezeigt, welche Folgen Starkregen haben kann. In diesem Jahr bestimmt wieder eine Dürreperiode den deutschen Sommer. Dürre und Trockenheit sollen laut Fachleuten auch unsere kommenden Sommer prägen. Die Folge: Das Wasser wird knapp.

Regionale Unterschiede in der Verfügbarkeit

Die Bundesregierung erarbeitet deshalb eine nationale Wasserstrategie mit dem Ziel, die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser auf lange Sicht sicherzustellen. Konkrete Maßnahmen sollen Ende des Jahres verabschiedet werden. Zwar gebe es laut dem Papier gerade noch keinen flächendeckenden Wassermangel in Deutschland, die Verfügbarkeit von Wasser ist allerdings – je nach Region und Jahreszeit – sehr unterschiedlich.

Anhaltende Dürre

Im Dürremonitor des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung ist der Nordosten Deutschlands schon heute tiefrot eingefärbt. Darunter sind Regionen wie Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder auch Mecklenburg-Vorpommern, wo es ohnehin schon weniger regnet als im Süden. Zudem gibt es in weiten Teilen Deutschlands kaum mehr pflanzenverfügbares Wasser in den oberen Erdschichten.

Die Folge: Immer mehr Kommunen in Deutschland rufen zum Wassersparen auf und auch Binnenschiffe werden gerade nur zur Hälfte beladen, weil in den Flüssen die Wasserstände zurückgehen.

"Wir haben im Moment noch keinen flächendeckenden Wassermangel. Aber eben doch regional und jahreszeitlich bedingt erhebliche Schwankungen. Es geht darum, dass alle in Deutschland auch im Jahr 2050 genügend sauberes Trinkwasser zur Verfügung haben."
Ann-Kathrin Büüsker, Dlf-Hauptstadtstudio

Am meisten Wasser geht aktuell für die Energieversorgung drauf. Das ist etwa die Hälfte des gesamten Wasserverbrauchs in Deutschland. Die wird vor allem für das Kühlen von Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken verwendet. Auf die Energieversorger folgen das verarbeitende Gewerbe, die öffentliche Wasserversorgung und die Landwirtschaft.

Mehr natürliche Wasserspeicher

Städte als Schwamm umplanen

Jetzt möchte die Bundesregierung mit 77 Maßnahmen die Wasserspeicherung für trockene Zeiten trotz Klimawandel sichern. Darunter ist auch die sogenannte Schwammstadt. Das bedeutet: Städte werden so geplant, dass sie Regenwasser nachhaltig nutzen. Ähnlich wie ein Schwamm sollen Grünflächen Regenwasser aufsaugen und mithilfe von unterirdischen Auffangbecken zwischenspeichern.

Das Konzept der Schwammstadt dient also einerseits der Auffrischung des Grundwassers, andererseits der Kühlung durch Verdunstung. Dafür müssten möglichst große Flächen entsiegelt und auch möglichst dicht bepflanzt werden. Entsiegeln heißt, dass Wasser nicht baulich am Versickern gehindert wird.

In Berlin gibt es schon die Schwammstadt "Rummelsburger Bucht". Hier zeigte sich schon, dass der Schwamm-Effekt auch bei Starkregen funktioniert.

Verschmutzung im Blick behalten

Eine weitere Maßnahme ist ein Monitoring der Wasserqualität. In Deutschland sind 30 Prozent des Grundwasservorkommens verschmutzt, besonders mit Nitrat. Das wird in der Landwirtschaft zum Düngen eingesetzt. Wenn es wegen anhalten Dürrephase zusätzlich weniger Wasser gibt, verschärft das noch mal die Verschmutzung des Grundwassers, also der Quelle, über die wir unter anderen unser Trinkwasser beziehen.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Die Grünen) auch bei der nationalen Wasserstrategie vor allem den natürlichen Klimaschutz im Fokus. Flussauen und Moore sollen beispielsweise renaturiert werden, damit natürliche Orte wie diese Wasser speichern und etwa bei Starkregen aufnehmen können.