Temporäre Dürren und Wasserknappheit sind ein Problem in Deutschland, sagt Andreas Marx. Droht die völlige Austrocknung? Eher nicht. Ein Gespräch mit dem Leiter des Dürremonitors – auch über Gegenmaßnahmen.
Braune Rasenflächen, trockene Böden und vielerorts Wassersparregeln: Die allgemeine Trockenheit ist im Alltag vieler Menschen ein Dauerthema. Dabei sind die obersten paar trockenen Zentimeter des Bodes nicht das Problem, erklärt Andreas Marx. Er leitet den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung.
"Das Problem ist, dass wenn wenig Wasser verfügbar ist, Schäden entstehen: in der Binnenschifferei, in der Forstwirtschaft, in Ökosystemen oder in der Landwirtschaft", sagt er.
"Die aktuelle Situation haben wir, weil es ungefähr in Deutschland in den letzten acht Monaten deutlich weniger geregnet hat als normal."
Problematisch ist für ihn eher die deutlich niedrigere Niederschlagsmenge über die vergangenen acht Monate hinweg, denn daraus resultiert eine Bodentrockenheit bis in größere Tiefen, niedrigere Grundwasserstände und die Niedrigwassersituation in vielen Flüssen.
Zu wenig Regen über Monate hinweg
Zur Auflösung dieses Problems bräuchte es über viele Wochen – etwa ein halbes Jahr lang – überdurchschnittlich viel Niederschlag. Zum Dürremanagement gehören für ihn:
- langfristig mehr Wasser verfügbar machen (beispielsweise durch Talsperrensteuerung und Veränderung landwirtschaftlicher Methoden)
- Umgang mit Dürre als Extremereignis
Gerade beim zweiten Punkt müsse sich etwas ändern, findet Andreas Marx. Als Gegenbeispiel führt er den Umgang mit Hochwasserereignissen an. Dort seien alle Schritte genau definiert: Hochwassermeldestufe, Wasserstand, Bestimmung des Flussabschnitts. "Da wissen alle Akteure genau, was sie zu tun haben", sagt er.
Klare Regeln bei Hochwasser
Vergleichbare Regeln bei Dürreereignissen gebe es hingegen nicht. "Wir haben nicht einmal eine Definition von Dürre und Dürreklassen oder Dürremeldestufen", sagt er und sieht hier auf jeden Fall Handlungsbedarf.
