Die Welt der Sextoys wird vielfältiger. Das Spielzeug entdeckt jetzt Funktionen und Körperzonen, die bisher in dieser Industrie völlig vernachlässigt wurden. Die neuen Wearables sollen den ganzen Tag über getragen werden und ihre Träger stimulieren.

Die Wearables haben mehrere Funktionen, die so gar nichts mit den Sextoys zu tun haben, die es bisher auf dem Markt gibt. Das Halsband kann per Smartphone-Kommando einen kleinen Wind ans Ohr säuseln oder einen kleinen Stoß Lieblingsparfum abgeben. Das Armband kann über Bluetooth die Lieblingsmusik des Partners abspielen und pulsiert dazu leicht am Unterarm.

"Die Sextoys, die gerade auf dem Markt sind, schaffen einfach nicht die Atmosphäre, die Frauen brauchen, um heiß zu werden."
Wan Tseng, Designerin von Wisp

Dass es am Unterarm pulsiert und nicht an expliziten Zonen in der Körpermitte zeigt, dass sich da jemand subtilere Gedanken gemacht hat, als einfach nur die primären Geschlechtsorgane mit Vibrationen zu versorgen. Diese Person heißt Wan Tseng, Designerin, und hat die Wisp-Reihe entwickelt.

Sextoys werden weiblicher

Die Welt der Sextoys wird vielfältiger, sie wird technisierter und sie wird weiblicher. Und das ist bitter nötig, sagt Cindy Gallop. Die englische Unternehmerin setzt sich dafür ein, dass mehr Frauen in technische Berufe kommen. Und dass sie irgendwas mit Sex machen. Denn bisher sieht das eher so aus: Sexportale, Sexspielzeug, Pornos - alles männlich.

"Driven by men, funded by men, managed by men, directed by men. Porn tends to present one world view. Porn says: This is the way it is. But I want to say. Not necessarily."
Cindy Gallop, Unternehmerin und Startup-Unterstützerin

Cindy Gallop spricht von Sex-Tech, sie sagt, dass das ein riesengroßer Markt sei, in dem Frauen offenbar noch nicht wirklich Fuß gefasst haben. Wie groß der Markt für neuartige Sextoys ist, das zeigen verschiedene Crowdfunding-Aktionen. Ein Entwicklerteam aus San Francisco hatte innerhalb kürzester Zeit weit mehr als die 50.000 benötigten Dollar zusammen, um einen neuartigen Dildo zu produzieren.

"Er registriert die Kontraktionen an der Innenseite der Vagina. Diese Daten verarbeitet der Dildo und gibt die Kontraktionen zurück. Mit Vibrationen in genau demselben Rhythmus."
Sunny Allen, Entwicklerin

Es klingt banal, aber es bahnt sich eine Revolution an. Vorbei die Zeiten von harten unbequemen Plastikstäben. Mit denen können Frauen vielleicht auch Spaß haben, aber da ist eben noch viel Potential für subtilere Spielzeuge.

"Hier geht es nicht nur darum, dass wir ein Sexspielzeug für Euch basteln. Hier bauen alle zusammen ein Spielzeug, um den Sex in unserer Gesellschaft zu verändern."
Sunny Allen, Entwicklerin
Frau mit Sexspielzeug an der Innenseite des Arms
© Wisp press images
Sexspielzeug, das erogene Zonen jenseits der primären Geschlechtsorgane bedient.