Voll bio und supergünstig: Weberameisen machen Schädlingen gründlich und nachhaltig den Garaus. Viel besser als Pestizide.

Schon vor 1700 Jahren nutzen die Chinesen Ameisen als Schädlingsbekämpfer. Auf dem Markt wurden die zarten Helferlein gehandelt. Bauern haben sie dann auf Zitronenbäumen ausgesetzt. Der Biologe Joachim Offenburg von der Universität Aarhus in Dänemark schaut sich seit Jahren die rot-braune Weberameise und ihr Treiben vom tropischen Afrika, über Indien bis nach Nordaustralien an. Dort bekämpfen sie auf Plantagen Schädlinge so erfolgreich wie Pestizide. Dabei sind sie auch noch billiger und belasten weniger die Umwelt. Vor sieben Jahren haben die Forscher erstmals nachgewiesen, dass die Ameise besser als jedes Spray wirkt.

Gut für die Ertragssteigerung

In Vietnam wird die Weberameise auf Plantagen für Cashew-Nüsse eingesetzt. Seitdem konnten die Einträge auf den Plantagen um 70 Prozent gesteigert werden. Neu ist, dass die Forscher nun die Weberameise auch auf Obst- und Gemüseplantagen einsetzen wollen. Dazu haben sie 70 Studien verglichen. Das Ergebnis: Die Ernte auf Kakao- und Palmöl-Plantagen war mit Ameisen genauso gut wie auf Plantagen, die mit Chemiekeulen behandelt wurden. Und die Cashew- und Mangobäume warfen sogar mehr Früchte dank der Ameisen ab.

Die Ameisen bauen Kugelnester in den Bäumen, indem sie Blätter und Baumkronen verkleben. Von da aus jagen sie Raupen oder Käfer. Blattläuse dagegen verschonen sie, die halten sie sich quasi als Honigtau-Lieferanten. Im Gegenzug schützen sie die Läuse vor Feinden. Die Symbiose der beiden Insekten ist für die Pflanzen nicht nachteilig, die Schäden durch Blattläuse sind eher gering.

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