Ein Meer von roten Krabben wandert jedes Jahr im November an den Strand der Weihnachtsinsel. Drei Wochen lang ist die Insel wie von einem roten Teppich überzogen.

Kapitän William Mynors entdeckt Weihnachten 1643 im Indischen Ozean eine Insel und tauft sie Weihnachtsinsel. Bewohnt wird sie von knallroten Krabben, die rund 12 Zentimeter groß werden. Diese rote Weihnachtsinselkrabbe gibt es nur auf dieser Insel im Indischen Ozean. Die Krabben leben im Gegensatz zu anderen Krabbenarten im Landesinneren.

"Weil die Krabben lange Zeit keine natürlichen Feinde hatten, konnte sie sich kräftig ausbreiten."
Mario Ludwig, Tierexperte

Allerdings müssen die Krabben zur Fortpflanzung ans Meer wandern. Bei rund 50 bis 100 Millionen Krabben auf der Weihnachtsinsel ist das schon eher eine Massenwanderung. Und in der Tat ist der Marsch der roten Weihnachtsinselkrabbe die größte Krabbenwanderung der Welt. Ein roter Teppich zieht sich dann jedes Jahr im November drei Wochen lang über die Insel.

Ameise gegen Krabbe

Wie lange sich das Krabbenmeer jedes Jahr ergießt, ist fraglich. Die gelbe Spinnerameise ist eine invasive Art auf der Weihnachtsinsel und macht sich seit 1990 breit auf der Insel. Die Spinnerameise vermehrt sich massiv und bildet Superstaaten. Zu ihrer Verteidigung spritzen die Ameisen eine hochkonzentrierte ätzende und giftige Ameisensäure aus einer speziellen Drüse am Hinterleib ihrem Feind entgegen.

Giftspritzen

Wenn sich die Ameisen von der Massenwanderung der Weihnachtsinselkrabben bedroht fühlen, dann spritzen sie ihnen ihre Ameisensäure in die Augen. Die Krabben erblinden und verhungern. Die Ameisen wiederum fressen dann die toten Krabben auf. Schätzungsweise sind in den letzten zehn Jahren 20 bis 30 Millionen Krabben den Spinnerameisen zum Opfer gefallen.

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