In Berlin ist ein LKW in eine Menschenmenge gerast. Er hat zwölf Menschen getötet, dutzende verletzt. Inzwischen geht der Bundesinnenminister von einem Anschlag aus. Der Festgenommene ist wohl nicht der, den die Polizei sucht.

Bundesinnenminister Thomas De Maizière geht von einem Anschlag aus. Demnach sei es kein Unfall gewesen, als der LKW gestern Abend (19.12.) in einen Weihnachtsmarkt raste und zwölf Menschen tötete. De Maizière bestätigt, dass die Polizei einen Verdächtigen festgenommen hat - ein Pakistaner (manche sagen, er sei Afghane). Es gibt inzwischen aber Zweifel daran, dass es der ist, den man sucht. Die Ermittlungen laufen, jetzt wird zum Beispiel die DNA des Mannes abgeglichen.

Am Morgen hatte die Polizei Medienberichten zufolge die Flüchtlingsunterkunft am alten Flughafen Tempelhof durchsucht. Dort soll der Verdächtige gelebt haben. Es hatte mehrere Hinweise darauf gegeben, dass er den Lastwagen gekapert hat. Die Spedition aus Polen, der der LKW gehört, sagt, dass sie gestern Abend den Kontakt zu ihrem Mitarbeiter verloren hat. Der war tot auf dem Beifahrersitz des LKW gefunden worden.

Die Polizei konnte den Tatverdächtigen offenbar auch deshalb fassen, weil dieser von einem Augenzeugen verfolgt worden war, der der Polizei Hinweise auf dessen Aufenthaltsort geliefert hatte.

"Kann jede Angst verstehen"

ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt sagt, er könne aktuell jede Terrorangst verstehen. Er merkt aber an: Vielleicht hilft es dem ein oder anderen zu wissen, dass die Gefahr durch Terrorismus statistisch immer noch sehr klein ist und wir andere Risiken wie etwa das Autofahren ohne Angst in Kauf nehmen. Wir sollten nach Möglichkeit mit einem gewissen Gleichmut reagieren, sagt er - denn sonst würden die Terroristen ihr Ziel erreichen: Sorge, Angst verbreiten, eine Verhaltensänderung herbei führen.

Auch Michael Müller, Berliner Bürgermeister plädiert, sich nicht einschüchtern lassen vom Terror. Berlin könne es nicht geben ohne das friedliche Zusammenleben von Menschen aus allen Nationen aller Religionen.