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Schwere Verluste im Weinkeller und zusätzliche Erntearbeit wegen der Feuchtigkeit: Der Winzer Philip Nelles beschreibt, wie die erste Weinlese nach der Flut an der Ahr anläuft.

Das Ahrtal ist von der Flutkatastrophe im Sommer besonders stark betroffen. Dort sind 139 Tote zu beklagen, knapp 30 Menschen gelten weiterhin als vermisst (Stand 16.09.2021). Neben der baulichen und technischen Infrastruktur ist auch der Weinbau massiv in Mitleidenschaft geraten.

In der Nachbarschaft von Philip Nelles sind rund zehn Prozent der Weinreben weggespült, schätzt der Winzer aus Bad Neuenahr-Heimersheim. "Bei uns sind keine Reben durch die Flut direkt beschädigt worden", sagt er. Der Grund: Seine Reben wachsen nur im Steilhang, nicht in Flachlagen im Tal. Insgesamt sei die nun zu erwartende kleine Ernte wohl die größte Herausforderung für den Weinbau in der Gegend. In den kommenden drei Jahren, schätzt er, müsse man daran arbeiten.

Feuchtigkeit macht Arbeit

In dieser Saison steht nicht die gewohnte Lesemannschaft für die Weinernte zur Verfügung. Das sei momentan die größte Anstrengung. Ein Teil der einheimischen Lesehelferinnen und Lesehelfer renoviere oder saniere gerade die Eigenheime, dabei falle in dieser Erntesaison besonders viel Arbeit an. Wegen der Feuchtigkeit müssten mehr Trauben aussortiert werden.

"Durch das feuchte Wetter ist das eine oder andere Träubchen am Faulen und muss bei unseren hohen Qualitätsansprüchen ausselektiert werden. Das braucht einfach etwas mehr Manpower."
Philip Nelles, Winzer aus dem Ahrtal

Zwar sind seine Rebstöcke unbeschädigt geblieben, aber Philip Nelles' Gewölbekelleranlage ist während der Flut mit Wasser vollgelaufen. Seine Rotweine sind in Holzfässern gelagert, die sind aufgeschwommen und bei rund der Hälfte der Fässer habe sich der Stopfen gelöst. Philip Nelles sagt: "Da hat man sich über jedes Fass gefreut, was nachher noch unversehrt und vor allem verschlossen wieder aufzufinden war." Der folgende Insta-Post zeigt, wie es in seinem Weinkeller ausgesehen hat:

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Beindruckende Hilfsbereitschaft

Trotz der schwierigen Situation hätten sich viele Hilfswillige gemeldet. Das sei mit einem sogenannten Helfershuttle organisiert worden. Insgesamt haben Philip Nelles der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft beindruckt.

"Ich kann jetzt nur aus meiner Sicht sprechen: Das hat uns einfach Mut gegeben, weiterzumachen, das anzupacken. Mit so viel Solidarität hätte man glaube ich vorher niemals gerechnet."
Philip Nelles, Winzer aus dem Ahrtal