Markus Rehm ist mit 8,24 Meter Deutscher Meister im Weitsprung geworden. Das Besondere daran: Rehm, der auch Orthopädie-Techniker ist, trägt eine Prothese. Die Diskussion ist in vollem Gange: Ist das Wettbewerbsverzerrung?

Am Mittwoch (30.7.) will der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) entscheiden, ob Rehm bei der EM im August in Zürich antreten darf. Der DLV will dafür die Ergebnisse eines Gutachtens abwarten. Stellt sich heraus, dass die Unterschiede zwischen Prothesen-Weitsprung und Weitsprung zu krass sind, würde Rehm nicht nominiert.Wir haben mit Markus Rehm gesprochen und ihn gefragt, ob er die Diskussion verstehen kann.

"Ich kann die Diskussion definitiv verstehen. Aber ich selber fühle mich nicht bevorteilt. Wenn ich mich so fühlen würde, würde ich gar nicht erst starten."
Markus Rehm, Deutscher Meister im Weitspringen

Experten glauben, dass die ultraleichte Carbon-Prothese durchaus Wettbewerbsvorteile bringen kann: Zum einen habe der Springer weniger Gewicht durch die Luft zu befördern, zum anderen könne man aus dem künstlichen Sprunggelenk mehr Energie ziehen als aus einem menschlichen.

"Die Prothese ist zwar leichter, aber es sind auch keine Muskeln und keine Sehnen da drin, das heißt, sie fühlt sich immer schwerer an als ein gesundes Bein. Und dadurch, dass sie leichter ist, habe ich auch im ganzen Körper gewisse Muskel-Disbalancen."
Markus Rehm

Einen menschlichen Unterschenkel eins zu eins durch eine Prothese zu ersetzen, ist unmöglich, weiß Orthopädie-Techniker Rehm.

"Das Gefühl in einem echten Bein, die Sensorik, kann man nicht ersetzen. Wer das glaubt, der hat vielleicht ein bisschen zu viel Fernsehen geschaut."
Markus Rehm

Sollte der DLV entscheiden, ihn nicht zur EM zu schicken, will Rehm aber keine rechtlichen Schritte unternehmen. Dafür mache er den Sport zu gerne - Lust auf einen Rechtsstreit habe er nicht.