Der Weltfrauentag hat seinen Ursprung im Jahr 1909. In den USA gingen damals Frauen auf die Straße um für faire Löhne und Wahlrecht zu kämpfen. Heute – mehr als 100 Jahre später – sind viele Themen noch dieselben und die Coronakrise spielt der Gleichstellung nicht gerade in die Karten.

Im Februar 1909 sind die Frauen der Socialist Party of America erstmals auf die Straße gegangen und haben den National Women’s Day ausgerufen. Damit wollten sie zum einen für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie kämpfen und zum anderen das Frauenwahlrecht einfordern. Das gab es damals in den USA noch nicht, genauso wenig wie in Europa. Nur Finnland hatte als einziges Land schon 1906 das Wahlrecht für Frauen eingeführt. In den meisten anderen Ländern in Europa mussten die Frauen noch für ihr Wahlrecht kämpfen.

Oft waren die Bewegungen an sozialistische oder kommunistische Parteien angedockt, das konservative Lager interessierte sich damals kaum für Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter. So hat sich zum Beispiel die deutsche Sozialistin Clara Zetkin besonders für einen internationalen Frauentag eingesetzt. Dieser wurde dann zunächst ab 1911 am 19. März gefeiert.

110 Jahre Weltfrauentag, 100 Jahre 8. März

Seit 1921, also seit 100 Jahren, liegt der internationale Frauentag auf dem 8. März und wird seitdem von vielen Demonstrationen begleitet. Viele Forderungen sind in den letzten 100 Jahren gleich geblieben. Durch die Coronakrise sind einige Fortschritte sogar wieder revidiert worden, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs.

"Equal Pay Gap, Hausarbeit, Kinderbetreuung – das sind Themen, wo viele Frauen sich gerade jetzt in der Pandemie wieder ins 20. Jahrhundert zurückkatapultiert sehen."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Der Weltfrauentag wird deshalb auch von vielen Feministinnen als feministischer Kampftag bezeichnet. Es gehe nicht um einen Feiertag im eigentlichen Sinne, sondern um einen politischen und gesellschaftlichen Kampf.

Die Feministin Alice Schwarzer würde den Tag am liebsten ganz abschaffen. Sie hat bereits vor zehn Jahren gesagt, man brauche diesen "gönnerhaften Tag" nicht und sollte sich stattdessen 365 Tage im Jahr für eine Gleichstellung der Geschlechter einsetzen.

8. März als Feiertag

1977 hat die UNO-Generalversammlung den 8. März zum "Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" ernannt. In 26 Ländern der Welt, wie zum Beispiel Angola, Nordkorea, Vietnam und vielen osteuropäischen Ländern ist der internationale Frauentag ein Feiertag. In Deutschland hat das Bundesland Berlin vor drei Jahren den 8. März zum gesetzlichen Feiertag ernannt.