Unser Reporter Johannes Döbbelt fühlt sich eigentlich ganz gesund, als er in seinen Kalender für 2015 blickt: Fast jeden Tag wird einer Krankheit gedacht. Der Welt-Aids-Tag oder Welt-Krebs-Tag sind noch die bekanntesten. Allein die Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung listet 180 "Gesundheitstage". Und das ist nur die Liste der Bundeszentrale.

Wer denkt sich diese Weltkrankentage eigentlich aus? Ein Erfinder ist Klaus Afflerbach, er ist für fünf der Gesundheitstage verantwortlich - unter anderem für den "Informationstag gesunder Fuß", den "Tag des nachhaltigen Waschens und Abwaschens" oder den "Tag des Sonnenschutzes".

"Wenn man sich zum Beispiel die Erkrankungsraten im Hautkrebsbereich anschaut, dann ist es dringend nötig, dass darüber mehr aufgeklärt wird."
Klaus Afflerbach, Leiter Medien- und Öffentlichkeitsarbeit "Health and Media"

Klaus Afflerbach arbeitet für eine Agentur im Gesundheitsbereich und schnürt das mediale Rundumpaket für seine Gesundheitstage. So wichtig und richtig die gesundheitliche Aufklärung ist, stecken doch häufig ganz klare wirtschaftliche Interessen der Pharmaindustrie hinter den Gedenktagen.

Wirtschaftliche Interessen

Beispielsweise sponsert der Marktführer für Diabetes Medikamente, die Pharma-Firma Novo Nordisk, den Diabetestag. Oder Pharmafirmen erfinden gleich selbst einen Gesundheitstag wie die Firma Henning die Schilddrüsen-Woche. Das Unternehmen stellt das Hormonmedikament für Schilddrüsenerkrankungen her.

Am Ende des Jahres ist fast jeder Tag krank, stellt Johannes fest. Zum Ausgleich gibt es wenigstens den Weltgesundheitstag am 7. April.

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