Eine Meldung aus der Forschung, es gebe Leben auf der Venus, hat für Wirbel gesorgt. Denn wirklich gemütlich ist es da nicht.

Ein internationales Forschungsteam hat mit einem Weltraumteleskop auf Hawaii Aufnahmen von einer Venuswolke gemacht. Bei der Analyse der Spektraldaten der Wolke sind sie auf das Gas Phosphin gestoßen.

Phosphin weist auf Leben hin

Phosphin besteht aus einem Phosphoratom, an das drei Wasserstoffatome gebunden sind. In der Erdatmosphäre, wo Sauerstoff vorhanden ist, würde so ein Molekül nicht entstehen. Für Lebewesen, die auf Sauerstoff angewiesen sind, ist Phosphin giftig.

Nicht alle Lebewesen brauchen Sauerstoff

Andere Lebewesen, die zum Beispiel in Mooren leben, sind nicht auf Sauerstoff angewiesen. Es gibt viele Planeten, auf denen es keinen Sauerstoff gibt wie auf der Venus. Für Astronomen ist Phosphin ein Biomarker, ein Zeichen dafür, dass es dort Leben gibt.

Aber: Niemand war auf der Venus und hat Proben genommen. Die Forschenden haben lediglich Fotos untersucht und anhand der Farben analysiert, was sich in der Venuswolke befindet. Es ist also kein hundertprozentiger Nachweis.

Leben in der Wolke

Abgesehen von dem Phosphin besteht die Venuswolke überwiegend aus Schwefelsäure, die stark ätzend ist. In der Wolke selber, in ungefähr 50 Kilometer Höhe ist es auch nicht mehr so heiß, wie auf der Venus selbst. Dort herrschen nur um die 30 Grad und der Druck ist auch nicht mehr so hoch. Demnach herrschen in der Wolke - aus der Erdperspektive - besser Lebensbedingungen als auf dem Planeten selbst.

Wie gelangt das Phosphin in die Wolke?

Was noch für Leben auf der Venus spricht, ist, dass sie der Erde sehr ähnlich war, vor ungefähr 700 Millionen Jahren soll es Ozeane gegeben haben, in denen sich Leben entwickelt haben könnte.

Wie das Phosphin letztlich in die Wolke gelangt ist, dafür haben selbst die Forschenden keine Antwort. Die Annahmen, dass Bakterien, Blitze oder kleine Meteoriten dafür verantwortlich sein könnten, schließen sie eher aus.