Überzeugte Fleischesser nörgeln gerne am Fleischersatz rum. Ihr Argument lautet: In manchen fleischlosen Produkten steckten viel zu viele Zusatzstoffe drin. Stimmt. Auch im Fleischersatz stecken E-Nummern, aber gefährlich ist das noch nicht. Außerdem stecken in allen verarbeiteten Lebensmitteln Zusatzstoffe, so unser Reporter Martin Schütz.

Heute (1. Oktober) ist Weltvegetariertag. Manche Fleischesser mögen jetzt die Nase rümpfen. Sie bevorzugen ein Stück Steak ganz ohne Zusatzstoffe. Die Kritik am Fleischersatz lautet teils, dass in den Produkten viel zu viele Zusatzstoffe stecken - und die seien ebenfalls bedenklich. Es stimmt, dass auf der Packung mancher Veggie-Wurst oder Veggie-Burger eine sehr lange Liste von Zusatzstoffen prangt.

Das ist dann eine Aneinanderreihung von E-Nummern. Diese wurden in der Europäischen Union eingeführt, um die verschiedenen Zusatzstoffe zu ordnen. Jeder zugelassene Stoff in der EU bekommt eine E-Nummer. Aber wie viel E-Nummern auf einer Verpackung prangen, sagt erst einmal nichts darüber aus, ob Lebensmittel gesund sind oder eben nicht, so unser Reporter Martin Schütz.

Verarbeitete Lebensmittel beinhalten immer Zusatzstoffe

Zusatzstoffe finden sich vor allem in vielen Fleischimitaten, die auf konzentriertem Weizen-, Erbsen- oder Sojaeiweiß basieren. Bei solchen Imitaten geht es kaum ohne Zusätze, denn es soll ja eine bestimmte Konsistenz und ein bestimmter Geschmack erzeugt werden. Deshalb werden zum Beispiel Aromen eingesetzt, wie Rauch- oder Fleischaromen, so Christian Niemeyer. Er ist Biologe am Deutschen Zusatzstoffmuseum in Hamburg. Zum Verfestigen wiederum werden zum Beispiel Maltodextrine genutzt.

"Ich will ja etwas nachformen. Sowohl vom Mundgefühl als auch von der Sensorik des Produkts. Und es muss sich zubereiten lassen, wie das klassische Schweineschnitzel zum Beispiel auch."

Natürlich gibt es auch den klassischen Gemüsebratling, der mit wenigen oder auch keinen Zusatzstoffen auskommt. Vor allem, wenn ihr selbst kocht. Dann könnt ihr komplett auf Zusatzstoffe verzichten. Anders bei verarbeitete Lebensmitteln. "Da sind immer Zusatzstoffe drin", sagt unser Reporter Martin Schütz. Das gilt für Lebensmittel mit und auch ohne Fleisch.

Salz und Fette

Sicher ist, dass in den fleischlosen Varianten keine Antibiotika landen. "Das wird in der Tierzucht durchaus verwendet und landet eventuell auf unserem Teller", sagt Martin Schütz. Und es gibt noch einen Pluspunkt: In den Fleischersatzstoffen stecken meist mehr gesunde Ballaststoffe.

"In der Regel haben die Fleischersatzstoffe zum Beispiel mehr Ballaststoffe. Die sind gut für die Verdauung und den Magen-Darm-Trakt."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Ein wichtiger Aspekt ist auch der Salzgehalt von verarbeiteten Lebensmitteln - mit oder ohne Fleisch. Der sei oft relativ hoch, so Martin Schütz. Lebensmittel, die über 1,5 Gramm Salz pro rund hundert Gramm beinhalten, solltet ihr mit Vorsicht genießen.

Ebenso ist es wichtig, darauf zu achten, welche Fette genutzt werden. Fette werden oft auch bei Fleischersatz eingesetzt, um den Geschmack zu stärken. Da solltet ihr darauf achten, dass die Produkte nicht zu viele gesättigte Fettsäuren enthalten. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, die Zufuhr gesättigter Fettsäuren zumindest zu reduzieren und auf mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu setzen. Die stecken zum Beispiel in Oliven- oder Rapsöl.