Am 24. Oktober 1929 sind die negativen Kursausschläge an der New Yorker Börse dramatisch: Innerhalb kurzer Zeit bricht unter den Anlegern Panik aus. Viele stehen vor dem Nichts, weil ihre Aktien kaum noch etwas Wert sind und sie die Aktienkäufe obendrein mit Krediten finanziert haben.

Die Anzeichen sind schon vorher unübersehbar gewesen: Die Kurse an der New Yorker Börse geben 1929 nach, manchmal mit großen Kursverlusten, manchmal kaum merklich. Die Rückgänge signalisieren ein Ende des Aktienbooms, der Jahre lang zu steigenden Kursen und immer risikobereiteren Anlegern geführt hat.

Die Börsen im freien Fall

Die Auswirkungen des "Schwarzen Donnerstags" sind weltweit spürbar: Die Aktienmärkte in Europa sind im freien Fall. Deutschland ist nach dem Ersten Weltkrieg hochverschuldet, die Regierung steuert der Krise mit einem harten Sparprogramm entgegen und löst dadurch eine Deflation aus. Die Arbeitslosigkeit steigt ebenso rasch wie die Zahl der Firmenzusammenbrüche.

In dieser scheinbar ausweglosen Situation vertrauen viele Menschen einem Mann und einer Partei, die mit radikalen Parolen "das System" bekämpfen will: Adolf Hitler und der NSDAP.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Bayreuther Wirtschaftshistoriker Jan-Otmar Hesse erläutert die Ursachen der Weltwirtschaftskrise und die Auswirkungen des New Yorker Börsencrashs
  • Harold James, britischer Historiker und Spezialist der europäischen Wirtschaftsgeschichte, zeichnet die Auswirkungen der Krise auf die Weimarer Republik nach
  • Victor Gojdka berichtet aus dem Frankfurter ARD-Börsenstudio und erläutert, dass es heute zwar bessere Sicherungssysteme als 1929, aber immer noch keine hundertprozentig wirksamen Mechanismen gegen Weltwirtschaftskrisen gibt
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld berichtet über die ökonomische Situation in den 20er-Jahren und die Verschuldungssituation nach dem Ersten Weltkrieg
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs lässt den Schwarzen Donnerstag Revue passieren