Was tun, wenn man einen Schatz von der Krim ausstellt, die Krim aber in der Zwischenzeit von Russland annektiert wird? Die diplomatischen Verwicklungen um den Schatz der Skythen.

Goldhelme, vergoldete Amulette, Schwerter: Ein 2000 Jahre alter Schatz wird zum Politikum. Das Krimgold wird gerade noch in einem Amsterdamer Museum gezeigt, es stammt aus einem Museum in Kiew und vier Museen auf der Krim.

Als die Ausstellung organisiert wurde, gehörte die Halbinsel Krim noch zur Ukraine, in der Zwischenzeit wurde sie von Russland annektiert. Das Allard-Pierson-Museum in Amsterdam weiß jetzt nicht, an wen es den Goldschatz zurückgeben soll. Deshalb wird er nach dem Ausstellungsende erst einmal in Boxen zurückgepackt und an einem sicheren Ort in den Niederlanden aufbewahrt, sagt Korrespondent Ralf Lachmann. Bis die Besitzverhältnisse endgültig geklärt sind.

Geht Museumseigentum vor Staatseigentum?

Der Schatz ist eine Hinterlassenschaft des legendären Reitervolkes der Skythen, die vor 2000 Jahren auf der Krim lebten. Zu sehen sind Goldhelme, vergoldete Schwerter, Amulette, Halsketten aber auch Reliefs und Skulpturen. Leihgaben eines Museums aus Kiew aber auch von vier Museen auf der Krim. Im Zentralmuseum in Simferopol, auf der Krim sind die Verantwortlichen überzeugt: Der Schatz muss zurück. Museumseigentum gehe vor Staatseigentum.

"Man fürchtet in dem Amsterdamer Museum: Egal was man tut, man wird von der anderen Seite auf Schadenersatz verklagt."
Ralf Lachmann, Korrespondent

In Amsterdam sieht man sich dagegen in einer juristischen Zwickmühle: Egal was man tut - es droht eine Klage auf Schadenersatz von der anderen Seite. Offenbar hat auch die Ukraine interveniert. Sie will verhindern, dass die Ausstellungsstücke in russische Hände fallen.

Und auch die Kunstprofessorin Inge van der Flies, Professorin für Kunst- und Staatsrecht an der Universität Amsterdam, schlägt sich auf die Seite der Ukraine. Der Grund: Als der Schatz auf die Reise ging, galt das ukrainische Recht. Offiziell wird der Streit bislang von den Anwälten der betroffenen Museen ausgehandelt. Nicht ausgeschlossen, dass das Krimgold bald auch den Internationalen Gerichtshof den Den Haag beschäftigt.