Wird Alkoholkonsum auffällig, ist es eine Gute Idee, darüber zu sprechen. Ihre Sorgen sollten Menschen im Umfeld dabei möglichst klar begründen, sagt eine Drogen- und Alkoholberaterin.

Alkohol ist ein gesundheitliches Problem für diejenigen, die zu viel trinken. Für ihre Freunde und die Familie – also für ihr Umfeld – kann er ebenfalls problematisch sein. Schon ziemlich früh könne das soziale Umfeld auf Alkoholkonsum ganz offen mit Sorge reagieren, findet Stefanie Bötsch, die als ausgebildete Drogenberaterin und Suchttherapeutin in der ambulanten und stationären Drogenhilfe arbeitet.

Sorgen klar benennen

Sie empfiehlt bei dieser Kommunikation darauf zu achten, Ich-Botschaften auszusenden und gut begründet zu argumentieren. Der Leitsatz dabei könne lauten: Ich mache mir Sorgen, und das sind die Gründe.

"Der Person wirklich an konkreten Beispielen spiegeln, warum man sich Sorgen macht, woran man das gemerkt hat."
Stefanie Bötsch, Drogen- und Alkoholberaterin

Zur Orientierung kann die Frage dienen: Warum finde ich, dass jemand zu viel trinkt? Gründe können zum Beispiel aggressives und depressives Verhalten sein. Vielleicht kommt die betroffene Person nicht aus dem Bett oder gibt an, sich krank zu fühlen.

"Wichtig ist es bei sich selbst zu bleiben. Ich-Botschaften: Ich merke, dass du aktuell zu viel trinkst."
Stefanie Bötsch, Drogen- und Alkoholberaterin

Grundsätzlich sei es wichtig im Gespräch zu bleiben. Eine wirkliche Verhaltensänderung müsse allerdings von der betroffenen Person selbst ausgehen. Sie kann nicht von außen an sie herangetragen werden, ist Stefanie Bötsch überzeugt.

"In der Praxis zeigt sich, dass das Schubsen oft nicht funktioniert. Die Motivation muss schon von der Person selbst kommen."
Stefanie Bötsch, Drogen- und Alkoholberaterin

Das Umfeld ignoriere dabei gelegentlich die eigenen Grenzen. Einem trinkenden, aggressiven Partner gegenüber sei diese Grenzziehung besonders wichtig. Das könne zum Beispiel mit Schlafarrangements funktionieren – innerhalb und außerhalb des gemeinsamen Zuhauses. Die Botschaft könne beispielsweise lauten: "Ich möchte nicht Teil deiner Abhängigkeitserkrankung sein."

Prophylaxe mit Angehörigen

Teil der Lösung ist das soziale Umfeld hingegen schon seit längerer Zeit. In der Suchttherapie sei es üblich, dass Angehörige in die Rückfallprophylaxe einbezogen werden, sagt Stefanie Bötsch. Das Wissen über Suchterkrankungen und die nüchterne Kommunikation mit Betroffenen gehört eigentlich zur Therapie dazu.

Wenn Du überprüfen willst, ob Dein Verhältnis zu Alkohol möglicherweise problematisch ist, oder wenn Du Hilfe brauchst, dann hilft zum Beispiel die Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Kenn Dein Limit. Oder du klickst hier, und suchst dir aus den Anlaufstellen, die wir für sich zusammengesucht haben, die richtige für dich raus.