Der Verlag Gruner und Jahr sperrt auf einigen Seiten Nutzer aus, die einen Werbeblocker verwenden. Sie müssen ihn ausschalten oder Geld bezahlen. Der Verlag sagt: Die Aktion hat keine Auswirkungen auf die Anzahl der Seitenbesucher.

Über Adblocker haben wir schon oft berichtet. Und der Konflikt bleibt: Auf der einen Seite ist es keinem User zu verdenken, wenn er die nervenden und flackernden Werbebanner wegblockt, die teilweise sogar zum IT-Sicherheitsrisiko werden. Andererseits ist Werbung finanzielle Grundlage für viele Online-Medien. Nutzen wir deren Angebot, konsumieren aber nicht deren Werbung, ist das eine Form von Schmarotzertum.

Der Verlag Gruner und Jahr greift deshalb jetzt zum Gegenmittel und blockt zurück. Beim Onlineauftritt des Magazins Geo hat man das seit Oktober riskiert und die Nutzer von Adblockern den Zugriff auf die Inhalte verwehrt.

"Keine Auswirkungen auf den Traffic"

Laut Presseerklärung habe nach dieser Aktion jeder dritte Nutzer den Adblocker abgeschaltet, die Tendenz sei steigend. Wer den Adblocker nicht abschalten will, kann Geo.de trotzdem nutzen, wenn er einen Tagespass für einen Euro oder einen Wochenpass für fünf Euro kauft.

"Auswirkungen auf die Trafficentwicklung der Site hat die Maßnahme nicht", teilt Gruner und Jahr mit. Deshalb will der Verlag das Blocken von Nutzern mit Adblocker auch auf anderen Seiten einführen, etwa "Schöner Wohnen", "Essen und Trinken" und "Living at Home".

"Ein Bezahlzugang funktioniert bei Webseiten mit qualitativ hochwertigen Inhalten am besten."
Michael Gessat, DRadio Wissen

Bei anderen Portalen des Hauses, etwa "Brigitte", "Gala" und "chefkoch.de" will der Verlag hingegen die Leser nur testweise ansprechen und bitten, die Adblocker abzuschalten. Der Grund für den Unterschied ist ziemlich klar: Bei einer Website mit qualitativ hochwertigen Inhalten und gut situierter Zielgruppe dürfte das mit Bezahlzugang am ehesten funktionieren.