Da hatten ein paar von uns kurz Hoffnung, dass das Ende des Otto-Katalogs vielleicht auch der Anfang vom Ende der Öko-Bilanz-Killer-Werbeprospekte sein könnte. Aber Fehlanzeige – die Konsumenten stehen drauf. Wir haben nach Erklärungen gesucht. 

Diese Nachricht wird emotional allenfalls was mit unseren Eltern gemacht haben: Dass der Otto-Katalog eingestellt wird, hat die Generation 40 plus vielleicht nostalgisch werden lassen. 

Die Nostalgie in allen Ehren, aber die Umwelt, die Bäume werden sich freuen, dass dieser 600-Seiten-Tanker – wie Deutschlandfunk-Nova-Moderator Markus Dichmann ihn nennt – nicht mehr regelmäßig für Millionen Haushalte in Druck geht. Und schon sind wir bei grundsätzlichen Fragen: Muss all die ganze andere Werbung, die wir ungefragt in unsere Briefkästen geworfen bekommen, überhaupt sein? Brauchen wir das? Wollen wir das? 

Ob wir das brauchen – darüber lässt sich streiten. Aber über das Wollen können wir reden: Wir haben euch gefragt und überraschende Antworten bekommen.

"Ich liebe es! Viele bunte Bilder jede Woche neu."
Ralph
"Sind ja unglaubliche Kombinationen von Dingen drin. Ich stelle mir dann immer vor, ich wäre auf einer einsamen Insel und könnte nur das essen, was im Angebot ist."
Anna

Pro Kopf: 33 Kilo Werbung pro Jahr

Ihr guckt es euch also wirklich an. Klar, nicht alle von euch – viele werfen das Zeug auch ungelesen weg. Und das scheint einiges zu sein, was uns an Papier-Werbe-Prospekten zu Hause erreicht: Die wöchentlichen Angebote aus dem Supermarkt zum Beispiel, die zusätzlich in Folie eingepackt sind, damit es für den Briefträger einfacher ist. 

Dann gibt es die vielen Kataloge, die wir bekommen, nachdem wir einmal was im Internet bestellt haben – und da ist es egal ob das ein Pullover, ein Technikgerät oder eine Kommode war. Und absoluter Spitzenreiter unter den Werbeprospekten ist der des großen schwedischen Möbelhauses. Die drucken derzeit 30 Millionen Exemplare für ganz Deutschland und erweitern ihre Auflage sogar noch.

"Der Ikeakatalog ist ein Printmedium, was in vielen Haushalten im Zeitschriftenkorb liegt, und was man zu einer Tasse Kaffee gerne mal durchblättert."
Sabine Nold, Ikea

Wir sind also noch lange nicht an dem Punkt, an dem auf Papier-Wurf-Sendungen dieser Art zugunsten der Natur verzichtet wird. Laut Umweltbundesamt bekommt ein deutscher Haushalt pro Jahr 33 Kilogramm Werbung ungefragt zugeschickt. Es gibt aber Kampagnen wie "Letzte Werbung", die sich dafür einsetzen, dass es weniger wird. 

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