Wohnungen sind oft teuer und rar. Manche Unternehmen stellen den Mitarbeitern neben dem Job deshalb direkt auch eine Wohnung. So praktisch diese Werkswohnung ist - sie hat einen Haken.

Es gibt viele Firmen, die Werkswohnungen haben, um sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen.

Das machen die Unternehmen aber nicht, weil sie so nett sein wollen, sagt Simon Wieland, der sich im Institut "Regio Kontext" (eine GmbH) um Wohnungspolitik und Wohnungsmarktbeobachtung kümmert: "Die machen das aus Selbstinteresse: Sie haben Probleme Personal und Auszubildende zu finden."

Darum gebe es in allen möglichen Branchen, in allen Städten und allen Unternehmensgrößen Firmen, die Werkswohnungen für die Rekrutierung benutzen: Vom riesigen Dax-Konzern bis zum kleinen Bäcker in der Kleinstadt.

Einige Unternehmen haben dafür Abteilungen und sogar eigene Wohnungsunternehmen, die sich nur um den Wohnraum für die Beschäftigten kümmern.

"Wir finden überall Beispiele, in Großstädten wie im ländlichen Raum, wo Unternehmen Wohnungen für ihre Beschäftigten anbieten."
Simon Wieland, Regio Kontext

Wie ihr als neue Beschäftigte an eine solche Wohnung kommt, wird von Firma zu Firma unterschiedlich gehandhabt. Mal hab ihr mit Unternehmenseintritt Zugriff auf eine interne Datenbank, in der ihr euch auf Wohnungssuche machen könnt, sagt Simon Wieland: "Andere Unternehmen binden das aktiv in die Personalakquise ein und inserieren direkt: Wir bieten Job plus Wohnung."

Miet- und Arbeitsvertrag hängen oft zusammen

Ziel der Firma ist es, sich im Wettbewerb ums Personal besonders attraktiv zu machen. Denn nicht nur Wohnungsmangel ist für viele Menschen ein Problem, auch Fachkräftemangel treibt die Unternehmen um.

In der Regel gebe es darum eine Kopplung von Miet- und Arbeitsvertrag, sagt Simon Wieland: "So kann ich so lange sicher in der Wohnung wohnen, wie ich da auch arbeite."

"Natürlich hat der Arbeitgeber das Interesse, dass die Wohnung für neues Personal frei wird. Deswegen werden Mietvertrag und Arbeitsvertrag häufig miteinander gekoppelt. Das muss ich mir als Arbeitnehmer bewusst machen."
Simon Wieland, Regio Kontext

Das Problem dabei: Wenn ihr entlassen werdet oder euren Job kündigen wollt, müsst ihr euch auch oft von eurer Wohnung verabschieden. Zwar gibt es verschiedene Modelle, mal wird einfach die Miete angehoben und ihr dürft weiter wohnen, mal müsst ihr nach einer Frist aus der Wohnung raus.

"Aber natürlich hat der Arbeitgeber das Interesse, dass die Wohnung für neues Personal frei wird", sagt Simon Wieland. "Das muss ich mir als Arbeitnehmer bewusst machen."