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Die App zeigt Regen an, trotzdem bleibt es den ganzen Tag trocken. Warum ist das so und warum sagt die eine Wetter-App das Wetter fürs Wochenende ganz anders vorher als die andere?

Jacke oder T-Shirt? Jeans oder Rock? Vielleicht sogar den Regenschirm? Nach dem Aufwachen wird erstmal aufs Handy und in die Wetter-App gestarrt, wie das Wetter wird. Aber vor allem beim Regen scheinen die Apps nicht so ganz zuverlässig zu sein: Da kann es durchaus passieren, dass fürs komplette Wochenende Regen angekündigt wird, es dann aber strahlenden Sonnenschein gibt.

Das größte Problem bei den Wetter-Apps: Wir müssen sie interpretieren. Wenn die App zum Beispiel für den Tag eine Wolke mit Regen anzeigt, stellt sich die Frage, was das bedeuten soll: Regnet es jetzt gerade, irgendwann zwischendurch mal oder schüttet es den ganzen Tag?

"Man bekommt die Wetterinformationen grafisch aufbereitet, aber man muss selbst interpretieren, was das eigentlich bedeutet."
Andreas Friedrich, Deutscher Wetterdienst

Die Vorhersage in einer Wetter-App passiert automatisch. Die Daten basieren auf einem Wetterdienst, davon gibt es zahlreiche auf der ganzen Welt. Aber: "Man bekommt eben nur einen ganz kleinen Ausschnitt von diesen ganzen Informationen, die Meteorologen zum Interpretieren haben, angezeigt", erklärt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. Unsaubere Vorhersagen würden oft nicht an den Daten liegen, sondern daran, wie sie dargestellt und interpretiert werden sollten.

Was bedeutet die Regenwahrscheinlichkeit?

Die Regenwahrscheinlichkeit von 40 Prozent bedeutet nicht, dass es 40 Prozent des Tages regnet. Sie bedeutet auch nicht, dass die Wahrscheinlichkeit von Regen irgendwann am Tag bei 40 Prozent liegt. "Die 40 Prozent bedeuten, dass es bei einer solchen Wetterlage in 40 Prozent von allen Fällen irgendwann mal am Tag geregnet hat", erklärt Andreas Friedrich.

"Es gibt riesige Unterschiede, was eine App mit amerikanischen Daten sagt, als zum Beispiel unsere vom Deutschen Wetterdienst."
Andreas Friedrich, Deutscher Wetterdienst

Entscheidend für die Zuverlässigkeit der Apps sei, von welchem Wetterdienst die Daten stammen. Viele Apps, die auf einem Smartphone vorinstalliert sind, benutzen Daten, die von einem amerikanischen Wettervorhersagemodell stammen, sagt Andreas Friedrich: "Damit kann man auch runterrechnen auf irgendeinen Ort in Deutschland – nur sind die Daten für Deutschland dann sehr viel ungenauer als zum Beispiel meteorologische Modelle, die wir hier beim DWD rechnen." Darum unterscheiden sich die Vorhersagen verschiedener Apps oft voneinander.

Was bei den meisten Apps automatisch passiert, übernehmen beim Deutschen Wetterdienst die Meteorologen: "Unsere Meterologen interpretieren die Daten und verfassen Texte dafür." Das sei manchmal besser als auf ein Wetterysmbol und eine Wahrscheinlichkeitsangabe zu schauen, weil die ungenauer sein könnten.

Achtet auf eine Warn-Funktion

Unabhängig davon, für welche App ihr euch entscheidet, empfiehlt Andreas Friedrich eine Wetter-App, die aktiv Warnungen per Push-Nachricht versenden kann. Zuletzt habe die Hochwasserkatastrophe in Deutschland gezeigt, dass mit solchen Funktionen Menschenleben gerettet werden könnten.