Wer gerne Gewitter beobachtet und Blitze zählt, sollte am besten nach Venezuela fahren. Da, wo der Fluss Catatumbo in den Maracaibo-See fließt, ist Showtime.

Weltweit treten die meisten Blitze im Norden Venezuelas auf, das ist schon Alexander von Humboldt vor 200 Jahren aufgefallen. Rachel Albrecht, Klimaforscherin an der Universität von São Paulo, und ihr Team haben die Daten eines Satelliten ausgewertet, der von der Nasa in den 90er Jahren ins All geschickt wurde, um Wetterphänomene in tropischen Regionen zu beobachten. Bis zu 60 Blitze pro Minute, 250 pro Quadratkilometer oder insgesamt rund 1.176.000 Blitze pro Jahr machen Catatumbo zum Rekordhalter auf dem Planeten.

Genau da, wo der Catatumbo-Fluss in den Maracaibo-See fließt, treten die häufigsten Gewitter auf. Ursache ist die feucht-warme Luft über dem See, die auf die umliegenden Berge trifft. Diese steigt an den Hänge auf. Ab einer gewissen Höhe, wo die Lufttemperatur niedriger ist, kondensiert der Wasserdampf und bildet Wolken. Und in diesen Wolken beginnt es zu gewittern. Fast jeden Abend gegen 19 Uhr rasen die Blitze zu Boden.

Die Blitze sind ein Spannungsausgleich zwischen negativer und positiver elektrischer Spannung, die durch die Reibung von kleinen an großen Eispartikeln entstehen kann. Die großen Partikel streben dank des größeren Gewichts nach unten, die kleineren werden durch Winde nach oben getrieben. Passiert das millionenfach in einer Wolke, entstehen mehrere tausend Volt - ein Blitz.

Mehr über die Blitze von Catatumbo: