Rückschlag bei der Suche nach dem Wrack von MH 370. Ein Suchgerät soll mit einem Unterwasservulkan zusammengestoßen sein. Was ist da los in den Tiefen des Indischen Ozeans?

Nach dem Flugzeug MH 370 wird im südlichen Teil des Indischen Ozeans immer noch gesucht. Seit dem 8. März 2014 ist die Boeing 777 spurlos verschwunden - aber es gibt Hinweise darauf, dass sie über dem Indischen Ozean abgestürzt ist und dass alle Passagiere dabei umgekommen sind. Gestern dann die Meldung, dass eins von den Hightech-Unterwassersuchgeräten auch verschollen sei. Es soll im Indischen Ozean mit einem Vulkan zusammengestoßen sein. Was ist da los in den Tiefen der Ozeane - und vor allem - wie sie es dort aus?

Achim Kopf, Professor am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften geht davon aus, dass das Suchgerät mit einem Unterwasservulkan zusammengestoßen ist. Das Gebiet, in dem gerade gesucht wird, ist mit dem Mittelozeanischen Rücken verbunden. Das Besondere dieser Region: Nähte an der Erdkruste, an denen flüssiges Mantelgestein nach oben kommt - konstruktive Plattengrenzen, nennen das Wissenschaftler. Hier steigt Magma nach oben, wird durch das kalte Wasser abgeschreckt und erstarrt dann. Die Broken-Ridge-Region, die gerade durchsucht wird, ist eine der Regionen, an der besonders viel Material an die Oberfläche kommt.

Kerze tief im Erdmantel

Achim Kopf vergleicht die Situation im Indischen Ozean mit einer Kerze, die tief im Erdmantel brennt und sich dann durch die Ozeankruste hindurchschmilzt und so immer wieder Magma produziert. Allerdings läuft so ein Vulkanausbruch unter Wasser ein bisschen anders ab, als an Land. Während dort die Lava den Bergrücken hinunterfließt oder sogar der Berg explodiert, ist ein Ausbruch unter Wasser nicht ganz so spektakulär. Das Magma erstarrt sofort, wenn es austritt, und bildet riesige Klippen. Achim Berg vergleicht das Gebiet im Indischen Ozean mit den Alpen. Die Unterwasservulkane erheben sich also einige Kilometer über den Meeresboden. Zwischen Indonesien und Australien ist der Ozean zum Teil mehr als fünf Kilometer tief. Der Broken Ridge kommt dann allerdings bis auf zwei Kilometer an die Meeresoberfläche heran.

"Der Broken Ridge ist ein richtig kapitaler Berg."

In einigen Berichten ist auch von Schlammvulkanen zu lesen, die dem Suchgerät den Garaus gemacht haben könnten. Achim Köpf hält das allerdings für unwahrscheinlich. Klar sei: Auf Unterwasservulkanen lagert sich Schlamm ab, wenn sie einige Zeit nicht mehr aktiv waren. Die klassischen Schlammvulkane bilden sich allerdings in der Regel an der anderen Seite der tektonischen Platten - nicht an den Rändern, an denen Kruste entsteht, sondern dort, wo sie durch Erdbeben zerstört wird. Also im Pazifik oder vor Sumatra.

Klar ist: Das aktuelle Suchgebiet ist stark zerklüftet. Eine Suche dort ist also extrem kompliziert. Auch weil die Auflösung der Suchgeräte besser ist, wenn sie sehr dicht über den Meeresboden geschleppt werden - aufsetzen dürfen sie allerdings auch nicht. Also kein einfaches Manöver, wenn das Gerät hinter einem Schiff durch ein Unterwassergebirge gezogen wird.