In vielen anderen Städten Deutschlands gibt es Fahrradparkhäuser schon – in den Niederlanden sowieso. Jetzt legt auch die Hauptstadt nach. An zwei Stellen in Berlin sollen wir unsere Fahrräder bald sicher und überdacht abstellen können. Nur leider dauert das noch was.

Wer in Berlin mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss – überspitzt gesagt – manchmal ein bisschen suchen, bis er eine freie Laterne zum Anbinden findet. 2020 wurden an den 16 Zählstellen knapp 20,5 Millionen Fahrräder gezählt. Der Plan, zwei Fahrradparkhäuser zu bauen, ist also längst überfällig. Bis sie fertig sind, dauert es aber noch drei Jahre, so Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anna Kohn. Aktuell liefen erst einmal die Machbarkeitsstudien für die Standorte am S-Bahnhof Schöneweide und am S-Bahnhof Landsberger Allee sollen sie entstehen,

"Bis die Fahrradparkhäuser stehen, dauert es mindestens noch drei Jahre."
Anna Kohn, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das größte Fahrradparkhaus steht in Münster

Es wären die ersten offiziellen Abstellplätze für Fahrräder in Berlin. Andere Städte in Deutschland sind da schon weiter. In NRW gibt es das Konzept der Fahrradparkhäuser seit den 1990'er Jahren. In Münster beispielsweise steht am Bahnhof sei 1999 ein Fahrradparkhaus für 3.300 Bikes, sagt Anna Kohn. "Es ist das größte in Deutschland und hat auch eine Werkstadt mit drin."

"Das größte Fahrradparkhaus in Münster hat Platz für 3.300 und eine integrierte Werkstatt."
Anna Kohn, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Auch in Hannover und Augsburg, Potsdam und Freiburg gibt es Parkhäuser für Räder. "Die kosten etwa einen Euro pro Tag", das sein der gängige Preis für die Parkhäuser, so Anna Kohn. Allerdings gebe es in München kostenlose Plätze für Radler.

Vorteile und Nachteile von Fahrradparkhäusern

Natürlich ist es am aller günstigsten, sein Fahrrad irgendwo anzuschließen. Es gibt ja auch vielerorts Stellplätze. Die sind aber schnell voll und dann bietet das Parkhaus natürlich den Vorteil, dass es witterungsgeschützt und überwacht ist. Die Räder können also nicht so schnell geklaut werden, was gerade bei E-Bikes von Vorteil ist, die ja immer mehr Menschen fahren und die einfach mehr kosten als normale Stadträder.

Aber Anna Kohn weist auch auf die Nachteile hin. In Brandenburg beispielsweise sei vor einiger Zeit von dem Problem berichtet worden, dass Leute ins Parkhaus gepinkelt hätten. "Auch Tauben fühlen sich dort wohl. Das ist das Gleiche wie im Autoparkhaus." Und: Trotz Videoüberwachung fühlt man sich als Frau in vielen dunklen Parkhäusern nicht gerade wohl, berichtet unsere Reporterin.

"Einige Radparkhäuser sind zur Sicherheit der Nutzer videoüberwacht, zum Beispiel die Radtiefgarage am Olympiaeinkaufszentrum."
Anna Kohn, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin