Es ist zu gefährlich geworden - ARD und ZDF haben ihre Reporter aus Donezk abgezogen. Wie jetzt aus der der Ostukraine berichtet wird.

Die Lage in der Ost-Ukraine wird unübersichtlich: An verschiedenen Stellen wird gekämpft, mal ist die Rede von Dutzenden, mal von Hunderten von Toten. Sicher ist: Ein Hubschrauber ist gestern abgeschossen worden, es gab mindestens zwölf Tote.

ARD und ZDF haben ihre Reporter inzwischen aus Donezk abgezogen, es ist zu gefährlich geworden. "In der Stadt sind Journalisten das Ziel von Drohungen und Attacken geworden", berichtet unser Korrespondent Markus Sambale, der zurzeit in Moskau sitzt.

"Es ist schwierig, einen kompletten Überblick über die Lage zu bekommen, weil es so viele Schauplätze gibt, weil nicht überall unabhängige Informationen zu bekommen sind und weil beide Seiten viele Nachrichten melden, die man nicht direkt überprüfen kann."
Markus Sambale, Korrespondent in Moskau

Bevor auch er aus Donezk abgezogen wurde, hat sich Markus Sambale kaum noch in der Stadt bewegen können. Am vergangenen Montag wollte er eigentlich mit dem Zug abreisen. Allerdings gab es dann Kämpfe in der Nähe des Bahnhofs. Am Ende fuhr er mit dem Auto über die russische Grenze aus und flog dann von Rostow am Don nach Moskau. Einige Kollegen beobachten die Lage in der Ukraine jetzt von Dnipropetrowsk aus. Außerdem sitzen Journalisten in Kiew.

In Donezk ließ sich in den vergangenen Tagen nicht mehr berechnen, welche Viertel sicher sind, erzählt Markus Sambale. Zunehmend seien auch bewaffnete und maskierte Kämpfer zu sehen gewesen.

"Wenn man bemerkt, dass auch Journalisten ein herausgehobenes Ziel sein könnten, dann ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem man sagt: Das ist hier nicht mehr sicher."
Markus Sambale, Korrespondent in Moskau

Wie Journalisten jetzt arbeiten? Er habe weiterhin Kontakte zu Einheimischen in Donezk. Außerdem sichte er Fotos und Videos und versuche, das Gezeigte gegenzuchecken. Klar sei: Viel Material werde gerade auch von russischer Seite manipuliert. So würden im Fernsehen zum Teil Bilder aus Syrien oder Tschetschenien gezeigt und behauptet, die Aufnahmen stammten aus der Ostukraine.