Mindestens zweimal pro Tag sollten wir die Zähne putzen. Das wisst ihr
vermutlich schon. Um saubere und gesunde Zähne sowie das Zahnfleisch zu erhalten, gibt es aber weitere Empfehlungen. Zum Beispiel ist eine
fluoridhaltige Zahnpasta immer die beste Wahl. Elektrische Zahnbürsten
sind normalen Zahnbürsten oft überlegen.

Dass sich viele Menschen die Zähne nicht so putzen, wie es empfohlen wird, haben Forschende der Uni Gießen herausgefunden. In ihrer Untersuchung kam heraus, dass sich viele die Zähne nicht ausreichend gründlich putzen. Vor allem die Zahninnenflächen werden oft vernachlässigt.

Beim Zähneputzen ist ein gutes System oftmals wichtiger als die vermeintlich perfekte Technik, meint unser Reporter Sebastian Sonntag. Das heißt, wir sollten vor allem darauf achten, keine Zähne oder Zahnflächen zu vergessen.

Nicht zu viel über die Technik nachdenken

Dass Patienten bei Empfehlungen für die richtige Technik ganz schön viel zugemutet wird, weiß auch Falk Schwendicke. Er ist Professor für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Berliner Charité. Sein Rat: Möglichst alle Flächen putzen und dabei nicht schrubben. Über die richtige Technik sollte man nicht zu viel nachdenken, sagt der Fachmann.

"Schrubben greift den Zahnschmelz an und nutzt ihn ab. Wenn überhaupt sollte man nur die Zahninnenflächen schrubben. Durch den Druck verletzt man das Zahnfleisch. Das fördert Parodontose."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Wer dafür nicht das nötige Fingerspitzengefühl hat, sollte zu einer elektrischen Zahnbürste wechseln. So macht man zumindest nichts falsch.

Nicht jeder ist der perfekte Putzer

Dass elektrische Zahnbürsten generell besser sind, kann Professor Falk Schwendicke von der Charité Berlin nicht bestätigen. "Der perfekte Handputzer ist am Ende genauso gut wie die elektrische Zahnbürste." Die Empfehlung von Falk Schwendicke ist trotzdem die elektrische Zahnbürste. Denn "nicht jeder kann der perfekte Handputzer sein".

Die elektrische Zahnbürste hilft außerdem dabei, nicht zu viel Druck beim Putzen auszuüben. Manche Modelle warnen dann mit einem Signalton. Außerdem haben einige elektrische Zahnbürsten einen automatischen Timer, der Putzintervalle einteilt. So muss man nicht gleichzeitig auf die Uhr schauen.

"Elektrische Zahnbürsten geben per Timer vor, wie lang man die Zähne putzen sollte. Viele Leute putzen nämlich zu kurz. Länger als eine Minute solltet ihr mindestens aufwenden."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Der Timer bei einer elektrischen Zahnbürste läuft mindestens zwei Minuten. Manche Programme dauern auch noch länger, sodass man Zeit hat, jeden Kieferquadranten gründlich zu reinigen.

Auf Naturborsten sammeln sich Bakterien

Umweltbewusste Menschen greifen gern auf Naturzahnbürsten zurück. Die sind nicht unbedingt schlechter als manuelle Plastikzahnbürsten, so unser Reporter. "Allerdings sind Naturzahnbürsten aus medizinischer Sicht nicht ganz unproblematisch."

Unter dem Mikroskop könne man erkennen, dass sich auf Naturbürsten tausende von Bakterien absetzen, erklärt Zahnmediziner Falk Schwendicke. Die umweltfreundliche Naturzahnbürste sei de facto eine Keimschleuder, so Falk Schwendicke.

Fluoridhaltige Zahnpasta schützt die Zähne besser

Wer saubere und gesunde Zähne und ein gutes Zahnfleisch behalten möchte, sollte sich auch mit dem Thema Zahnpasta beschäftigen. "Fluorid ist das Zauberwort", so unser Reporter. "Auch wenn Mineral-Zahnpasta gerade wirklich im Trend ist, sollte man lieber ganz klassisch auf eine mit Fluorid zurückgreifen." Fluoride stärken den Zahnschmelz und schützen vor Karies.

Mindestens morgens und abends ist Zähneputzen angesagt, sagt Sebastian Sonntag. Manche Fachleute empfehlen zusätzlich, sich die Zähne nach einer Mahlzeit zu putzen. "Dann sollte man aber eine halbe Stunde warten, damit durch die Säure aus den Lebensmitteln nicht die Zahnoberfläche weggeputzt wird."