In Schweden gibt es das Jedermannsrecht: Jeder darf wild zelten. In Deutschland ist das strenger geregelt - und vor allem: in jedem Bundesland anders. In Schleswig-Holstein sieht man das Ganze am lockersten.

Wild campen, also sich einfach so in der freien Natur mit dem eigenen Zelt niederlassen - das geht hier nicht. In Schweden darf man das: Bis zu drei Nächte lang zelten - egal wo. Die einzige Bedingung ist, dass man nicht in riesigen Gruppen auftaucht und campt. 

Hier in Deutschland ist das alles ein wenig strenger geregelt. 

Grundsätzlich gilt fürs Wildcampen:

  • in Naturschutzgebieten ist es in der Regel verboten
  • in Wäldern muss man den Besitzer fragen
  • wer sich nicht an die Regelungen des Bundeslandes hält, riskiert ein Bußgeld

Es gibt aber auch deutsche Nationalparks, in denen man übernachten darf, dazu gehört zum Beispiel die Sächsische Schweiz

"Es gibt derzeit 15 Flächen in Schleswig-Holstein, wo man übernachten kann, ohne dass man vorab fragen muss. Das sind Flächen, die den Gemeinden, Privatleuten oder der Stiftung Naturschutz gehören."
Johannes Kulms, Korrespondent in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es seit drei Jahren die Aktion "Übernachtungen unter dem Sternenzelt", die Teil des Projekts "Wildes Schleswig-Holstein" ist. Der Grundgedanke dieser Initiative ist es, die Natur beim Wildcampen auf eine neue Art zu entdecken. 

Regeln fürs Wildcampen auf den ausgewiesenen fünfzehn Flächen in Schleswig-Holstein: 

  • Flächen dürfen nicht mit einem Camper oder Auto befahren werden
  • nur eine Übernachtung ist erlaubt
  • maximal sind zwei Zelte à drei Personen auf diesen Flächen erlaubt
  • Übernachtende dürfen keinen Müll hinterlassen

Selbstversuch Wildcampen

Unser Korrespondent Johannes Kulms hat getestet, wie es ist, in der freien Natur zu übernachten. In der Nähe von Bad Seegeberg hat er auf einer 30.000 Quadratmeter großen Wiese, die einer Familie gehört, sein Zelt aufgebaut. 

"Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass in dem Tümpel vor meiner Nase ein riesengroßes Nilpferd drin ist. Ich war mir sicher, es muss etwas ganz Großes, Gewaltiges sein, weil es sehr viel Lärm gemacht hat.
Johannes Kulms, Korrespondent in Schleswig-Holstein

Für ihn als Stadtkind war es eine sehr spannende Erfahrung und die vielen ungewöhnlichen Geräusche haben ihn auch immer wieder aufgeweckt. Dabei ist wohl auch etwas die Fantasie mit ihm durchgegangen, weil das Wildtier, das im nahe gelegenen Tümpel badete, sich für ihn wie ein Nilpferd anhörte.