Er hat keinen Segelschein und ist nicht Mitglied eines Segelclubs. Einhandsegeln gilt als verpönt. Trotzdem bricht Wilfried Erdmann 1966 von Gibraltar auf - einmal um die Welt, als erster Deutscher.

Monatelang allein unterwegs, mit sich und dem Meer. Aufs Wasser schauen und auf guten Wind hoffen: Wilfried Erdmann hat die Welt drei Mal umsegelt - zwei Mal mit dem Wind und einmal dagegen. Bei seiner ersten Weltumsegelung war er 26 Jahre alt. Das Segeln ist bis heute sein Leben und: "Das Meer wird nie langweilig", schreibt er in seinem Buch mit dem Titel "Ich greife den Wind".

Für sein erstes Boot musste er lange sparen und er hat dann noch selbst Hand angelegt. In Spanien hat er es gekauft, ein sieben Meter langes Holzseegelbot, das er "Kathena" nannte.

"Das Ziel war zunächst der Atlantik und die Atlantiküberquerung."
Wilfried Erdmann, Segler

"Ich habe dem Boot vertraut", sagt er. Auch wenn ihm manchmal Zweifel kamen, ob er ohne grundlegende Navigation die Reise überhaupt schaffen würde. Aus der 46-tägigen Atlantiküberquerung wurde dann seine erste Weltreise - über den Pazifik, die Südsee bis nach Kapstadt und von dort non-stop zurück nach Helgoland.

Ein junger Mann mit Bart in einem Boot.
© Wilfried Erdmann
Wilfried Erdmann einen Tag nach seiner ersten Weltumseglung, 1968 auf Helgoland.

Dort angekommen wollte ihm zunächst keiner glauben: Mit einem solch kleinen Boot allein um de Welt? Über 400 Tage war er unterwegs. "Ich war wirklich froh, dass ich den Hafen gefunden habe." Die Zeitungen zweifelten aber seine Leistung an: "Da war ich schon sehr traurig." Letztendlich konnte Erdmann seine Reise aber durch sein Logbuch, gesammelte Zeitungsausschnitte und mehr beweisen: Als erster Deutscher allein mit dem Segelboot um die Welt.

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