Wintereinbruch, Winterchaos: Immer wieder wird Deutschland von der kalten Jahreszeit überfallen. In diesem Jahr haben Frost und Schnee schon mächtig zugelangt - mit Folgen für Autofahrer, Bahn und Flugverkehr.

Der Wintereinbruch kam mit Ansage - trotzdem hat er auf den Straßen in vielen Teilen Deutschlands für Probleme gesorgt: Von Schleswig-Holstein bis Thüringen und Baden-Württemberg meldete die Polizei Unfälle und Behinderungen.

Verspätungen und Zugausfälle bei der Bahn

Die Bahn sperrte die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt, konnte diese aber inzwischen wieder in Betrieb nehmen. Viele der Bahn-Mitarbeiter sind bei der Anreise zum Arbeitsplatz auf ihre Autos angewiesen, was zusätzliche Verzögerungen zur Folge hatte.

"Wir bereiten uns in jedem Jahr intensiv auf den Winter vor. Wir haben bundesweit knapp 20.000 Räum- und Sicherheitskräfte in Bereitschaft."
Achim Stauß, Pressesprecher Deutsche Bahn AG

Im Flugverkehr sorgten Schneefall und Glätte für Schwierigkeiten. Am Flughafen Frankfurt mussten am 10. Dezember mehr als 300 Flüge gestrichen werden. Zeitweise stand nur eine Bahn für Starts und Landungen zur Verfügung.

"Unsere Bahnen sind vier Kilometer lang und sechzig Meter breit. Sobald unsere Kollegen im Räumzug hinten fertig waren, waren die Bahnen vorne schon wieder zugeschneit."
Jana Schwab, Flughafen Frankfurt

Zum Glück blieb es auf den Straßen in den meisten Fällen bei Blechschäden und leichten Verletzungen. Doch es gab auch schwere Unfälle: Im nordrhein-westfälischen Heiligenhaus war ein Lastwagenfahrer beim Abbiegen von der Fahrbahn abgekommen und mit seinem Fahrzeug gegen einen Baum geprallt. Er wurde im Führerhaus eingeklemmt und so schwer verletzt, dass er ums Leben kam.

Auf einer Landstraße nahe dem niedersächsischen Auetal kippte am Sonntagabend ein Reisebus um. Wie die Polizei mitteilte, gab es einige Leichtverletzte. Die Passagiere mussten von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden.

Viele Schnee-Einsätze in kurzer Zeit

Die Feuerwehren waren auf den Schnee vorbereitet und statteten etwa in Nordrhein-Westfalen ihre Fahrzeuge mit Schneeketten aus. Mehrfach mussten Rettungswagenbesatzungen auch Menschen versorgen, die auf glatten Wegen stürzten. In Bochum gab es den Rettern zufolge binnen weniger Stunden fast 20 Wintereinsätze.

In Mülheim mussten Feuerwehrleute Äste und ganze Bäume entfernen, die durch die Schneelast gebrochen waren. Das Polizeipräsidium Rheinpfalz in Rheinland-Pfalz zählte am Sonntag 66 witterungsbedingte Unfälle. Auf den Autobahnen in Thüringen waren es nach Angaben der Beamten über 20.

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