Der Wirtschaftsnobelpeis 2014 geht an Jean Tirole. Der Franzose wird ausgezeichnet für seine Wissenschaft von der Zähmung mächtiger Unternehmen. Tirole untersucht die sinnvolle Regulierung von Märkten und Unternehmen. Dabei hat er wichtige Beiträge zum Wettbewerbsrecht geleistet - vor allem für Branchen wie den Bankensektor, auch für Internet-Suchmaschinen und soziale Medien.

Jean Tirole, 61, forscht über die Beherrschung und Regulierung von Märkten und die Rolle von Unternehmen. Dabei interessieren ihn vor allem Monopole und Oligopole. Ein Monopol bedeutet, dass es für ein bestimmtes Produkt oder auch eine Dienstleistung nur einem Anbieter gibt. Bei einem Oligopol gibt es zwar nicht nur einen, sondern einige wenige Anbieter, die dennoch den Markt beherrschen können. Das trifft in Deutschland zum Beispiel auf den Strommarkt zu.

Dabei geht es Jean Tirole um eine Art Zähmung von Unternehmen durch sinnvolle Regeln. Die Unternehmen sollen nicht davon abgehalten werden, weiterhin produktiv und innovativ zu sein, sondern lediglich in ihrer Marktmacht beschränkt werden. Tirole fordert deshalb eine Regulierung, die auf den jeweiligen Markt, die jeweilige Branche, abgestimmt ist und Besonderheiten berücksichtigt.

In Frankreich hat Tirole immer mal wieder Vorschlägen für eine Reform des Arbeitsmarkts eingebracht. Zum Beispiel forderte er eine Steuer für Firmen, die ohne wirtschaftliche Zwänge Leute entlassen.

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