Wissenschaftler wissen jetzt, woran es liegt, dass es beim Ziehen am Finger plötzlich ploppt. Anders als gedacht, platzt dabei aber nichts in der Gelenkschmiere.

Der Videobeweis lieferte die Lösung: Im Magnetresonanztomografen (MRT) hatten kanadische Forscher den Prozess gefilmt. Jerome Fryer aus dem Team der Universität Alberta hatte seine Finger für die Tests zur Verfügung gestellt - denn nicht bei jedem Menschen knacken die Gelenke. Im MRT wurde ein Schlauch um seinen Finger gelegt und mit einem Faden daran gezogen, bis das unschöne Geräusch entstand.

Jedes Gelenk ist von einer mit Flüssigkeit gefüllten Kapsel umgeben, eine Art Gelenkschmiere. Im Video sieht man nun, dass kurz vor dem Knacken ein Hohlraum in diesem Bereich auftaucht. Dass durch den Unterdruck beim Ziehen eine Blase entsteht, wusste man zwar bereits, nur wirklich erklären konnte man es nicht. Schließlich hatte man das Fingerknacken bisher nur mit statischen Röntgenbildern untersucht.

Enstehen statt Platzen

Der Live-Einblick in den Finger widerlegt nun die alte These, dass das Geräusch durch das Zerplatzen der Blase entsteht. Stattdessen ist es viel eher eine Folge ihrer Entstehung. Tribonucleation heißt das physikalische Phänomen dahinter. Die Forscher erklären: "Wenn sich die Gelenkoberflächen im Finger plötzlich trennen, ist keine Flüssigkeit mehr vorhanden, die das größere Volumen füllen kann."

Ob das Fingerknacken nun aber auch schädlich ist (mal abgesehen von den Ohren der anderen), können die Wissenschaftler noch nicht genau sagen. Wahrscheinlich ist aber: Da keine festen Teile des Gelenks aufeinanderknallen, muss man sich keine allzu großen Sorgen machen.