In Studien wird uns die Welt erklärt. Allerdings sind nicht alle Studien ganz so korrekt, wie wir das eigentlich erwarten dürften. Vor allem bei psychologischer Forschung ist das ein Problem.

"Wissenschaftler haben herausgefunden, dass...". So fangen auch hier bei uns viele Texte an. Und meistens stellen wir dann durchaus relevante und interessante Studien mit kleinen und großen wissenschaftlichen Errungenschaften vor. Manchmal ist aber auch eine gehörige Portion Skepsis angebracht.

Es gibt reichlich merkwürdige Studien: Wenn wir uns vor dem Vorstellungsgespräch ordentlich strecken, bekommen wir den Job mit höherer Wahrscheinlichkeit. Und wenn wir an Wörter wie Rente oder Zahnprothese denken, laufen wir automatisch langsamer als sonst. Das sind Schlussfolgerungen, die sich aus psychologischen Studien ziehen lassen, die aber leider großer Quatsch sind. 

Vor allem im Bereich der psychologischen Studien tauchen wissenschaftliche Erkenntnisse auf, die eigentlich nicht so viel mit der Realität zu tun haben.

Flexible Measures will Studien gegenchecken

"Es läuft viel falsch", sagt Malte Elson. Der Psychologe von der Ruhruni Bochum betreibt das Projekt Flexible Measures, das sich für die Vergleichbarkeit und Standardisierung von Studien einsetzt - und so auch die ganz vermurksten Studien aufdecken kann. Schließlich gebe es überall im Forschungsbetrieb Momente, an denen etwas falsch laufen kann, sagt Malte Elson.

"Der Großteil der psychologischen Forschung findet an Universitäten statt und die werden aus Steuergeldern finanziert."
Malte Elson,

Fehler fangen beim einfachen Vertipper an. Richtig problematisch werde es aber, wenn Wissenschaftler Fehler mit System produzieren, sagt Malte Elson: "Viele Studien, vor allem Laborexperimente, haben etwa zu kleine Stichproben."  So ziehen Wissenschaftler lieber zehn kleine Studien durch als drei große - obwohl die großen viel mehr bringen. 

Mit Flexible Measures schaut sich der Psychologe Studien an und dokumentiert ihre Methoden: "Wie wissenschaftlich gehen Wissenschaftler vor, wenn sie eine Studie durchführen?" Zum Beispiel bei Intelligenztest: Es müssen exakt die selben Tests verwendet werden, damit sie miteinander verglichen werden können. 

Willkür statt Wissenschaft

Meistens funktioniert das sehr gut. "In anderen Fällen gibt es bei der Durchführung und Auswertung solcher Tests aber eine große Beliebigkeit und Willkür." So gehe es zwar in beiden Studien um Intelligenz, aber ohne die selbe Methode seien sie nicht miteinander vergleichbar.