Der Wissenschaftsnachwuchs in Afrika hat es schwer: In vielen Länder ist das Bildungsniveau niedrig, Schulen und Universitäten sind teuer und eine eigene Nachwuchsförderung gibt es kaum. Das soll sich ändern, dafür kämpft die Immunologin Evelyn Gitau.

Beim panafrikanischen Wissenschaftskongress Next Einstein Forum in Dakar versammeln sich mehr als 500 Wissenschaftler aus Afrika mit dem Ziel, Wissenschaft auf dem Kontinent zu vernetzen und zu fördern. Die Immunologin Evelyn Gitau aus Kenia wird dort fast schon wie ein Superstar gefeiert.

"Meine Eltern haben einfach alles auf Bildung gesetzt. Sie haben jeden Penny in Bildung investiert.“
Evelyn Gitau, Immunologin

Evelyn hatte Glück: Vater Beamter, Mutter Lehrerin - ihre Eltern haben alles in Evelyns Ausbildung gesteckt. Gefördert von einer ausländischen Stiftung schrieb Evelyn ihre Doktorarbeit in Liverpool. Dann wurde sie schwanger. Das hätte sie fast ihre Karriere gekostet wie bei so vielen anderen Frauen. Schließlich hat sie es mit Baby geschafft und setzt sich heute besonders für Wissenschaftlerinnen in Afrika ein.

"Um etwas zu verändern, müssen wir die Frauen und die Jugend ins Zentrum der Entwicklung stellen. Ich glaube, dass wir diese Veränderung schaffen können!"
Evelyn Gitau, Immunologin

Denn viele afrikanische Jungakademiker aus Afrika, die im Ausland ihre Abschlüsse machen, bleiben meist gleich dort - sie erwarten dort bessere Chancen und ein höheres Einkommen. Für Evelyn war klar, dass sie wieder nach Kenia zurückkehrt, um mit ihrem Wissen den Nachwuchs zu fördern.

Next Einstein: Aus Afrika und weiblich

Besonders liegen ihr die Wissenschaftlerinnen am Herzen, die nicht einmal ein Drittel der Forscher stellen. In dem Punkt sind sich Europa und Afrika leider sehr ähnlich. Ziel des Kongresses ist, den nächsten Einstein aus der Mitte der afrikanischen Wissenschaftler hervorzubringen. Wenn es nach Evelyn geht, sollte er am besten weiblich sein.

Evelyn Gitau ist Immunologin und erforscht bei ihrer Arbeit die Reaktion von menschlichen Zellen auf bestimmte Infektionserkrankungen. Ihr Ziel ist es, bessere Diagnoseverfahren für Krankheiten zu entwickeln, die typisch für Subsahara-Afrika sind. Mit ihrer Forschung sorgt sie für Aufsehen.

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