Wladimir Putin muss alles unter Kontrolle haben - auch sein Gegenüber. Dabei überschreitet er gerne Grenzen: Als Angela Merkel ihn in Sotschi besuchte, lag sein Hund ihr zu Füßen, obwohl Putin genau wusste, dass die Bundeskanzlerin Angst vor Hunden hat.

Der Psychologe Jens Hoffmann hat Führungspersönlichkeiten analysiert. Er sagt, die meisten Chefs sind entweder Narzissten oder Psychopathen. Psychopathen handeln nur im eigenen Interesse und über als Chefs ihr Dominanzbedürfnis aus. Auf Putin treffe genau das nicht zu. Er sei viel mehr der Bosstyp, der alles unter Kontrolle haben muss.

Putin - ein krasser Typ

Dafür setzt der russische Präsident auf knallharte Hierarchien. Wenn eine Person die Hierarchie nicht einhält, kann Wladimir Putin ziemlich gnadenlos sein. Zum Bosstyp passt auch die Inszenierung seiner selbst: als krasser Typ, der beim Angeln die größten Fische aus dem Wasser zieht. Als Mann, der mit nacktem Oberkörper einen Ausritt macht.

Scheiß auf das Gegenüber

Wladimir Putin nutzt die Schwächen seines Gegenüber aus. Bestes Beispiel dafür: Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin hat Angst vor Hunden. Trotzdem schenkte er ihr 2006 nach ihrem Amtsantritt einen Plüschhund. Ein Jahr später, als sie ihn in Sotschi besuchte, ließ er bei einem Gespräch mit Merkel seinen schwarzen Labrador Koni ins Zimmer, der sich prompt Merkel zu Füßen legte.

Wladimir Putin und Angela Merkel im Hintergrund, im Vordergrund Putins Labrador Koni.
© dpa
Als Angela Merkel Wladimir Putin 2007 in seinem Landhaus in Sotschi besucht, lässt er seine Labradorhündin ins Zimmer, obwohl er weiß, dass Angela Merkel Angst vor Hunden hat.