Wohnraum in den Großstädten wird teurer und knapper. Deswegen und auch wegen der E-Reader wird das Bücherregal zum Auslaufmodell, sagen jedenfalls die Möbelhersteller. Auf der Möbelmesse zeigen sie, was stattdessen in den Wohnungen herumsteht.

Das große Bücherregal aus massiver Eiche, das sich an mindestens drei Wänden des Wohnzimmers und im Arbeitszimmer an den Wänden entlang zog – in vielen Wohnungen wurde es bereits entsorgt, um beispielsweise einem Medienschrank zu weichen, der multifunktional ist.

"Durch das Streaming brauchen wir keine DVD und CD-Sammlung mehr und viele Bücher, Zeitungen, Magazine sind in digitaler Form sowieso bequemer zu lesen."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Das bestätigt auch der Rundgang auf der Internationalen Möbelmesse in Köln, den unser Reporter Martin Schütz bereits hinter sich hat. In diesen Einrichtungsgegenstand will kaum noch jemand investieren, deswegen bieten kaum noch Möbelhersteller Regale im Neuverkauf an, die ausschließlich dafür gemacht sind, Bücher aufzubewahren.

"In Wirklichkeit ist die klassische Bücherwand längst verschwunden. Es gibt noch Leute, die Bücher stehen haben, aber das Bücherregal haben wir im Neuverkauf beerdigt."
Thomas Grothkopp, Handelsverband Wohnen und Büro

Multifunktionale und mobile Möbel

Dadurch, dass günstiger Wohnraum knapp ist, dienen Räume oft mehreren Zwecken – die wenigen Quadratmeter, die zur Verfügung stehen, werden optimal genutzt: Das Wohnzimmer verfügt über eine Schlafcouch und der Küchentisch ist bestens geeignet, um dort mit dem Laptop zu arbeiten.

Höhenverstellbare Arbeitsplatte auf der Internationalen Möbelmesse in Köln.
© Deutschlandfunk Nova | Martin Schütz
Eine höhenverstellbare Arbeitsplatte, die an der Decke befestigt wird.

Unser Reporter entdeckt auf der Möbelmesse beispielsweise eine multifunktionale Arbeitsplatte, die an vier Schnüren an der Decke hängt. Das System ist stabil und variabel verstellbar und lässt sich sogar bis unter die Decke fahren, wenn wir mal mehr Platz brauchen, um eine Party zu feiern. Günstig sind diese flexiblen Lösungen allerdings nicht. So eine Arbeitsplatte kostet ab 3900 Euro aufwärts.

Wer handwerklich einigermaßen begabt ist, baut sich möglicherweise selbst so etwas, so wie unser Netzbastler Moritz Metz, der sich sein platzsparendes Bücherregal aus einzelnen Brettern gebaut hat.

"Selbst, wenn ich in der Wohnung kein extra Arbeitszimmer habe, kann ich einen vollwertigen Arbeitsplatz integrieren. Das ist der Clou der Sache, dass wir einen freischwebenden Arbeitsplatz geschaffen haben."
Florian von Heißen, Entwickler

Wohnen in der Zukunft

Auch Gardinen scheinen ein Auslaufmodell zu sein. Trends auf der Internationalen Möbelmesse in Köln zeigen, dass sie bald wohl durch Lamellen mit Temperaturmessern ersetzt werden, die sich je nach Temperatur selbst justieren.

Eine weitere vorstellbare Neuerung: Dachziegel und Hauswände könnten künftig Solarzellen aufweisen, um den Strom zu erzeugen, der in der Garage für das strombetriebene Fahrzeug benötigt wird.