München ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität: der Eisbach, die Isar-Auen, die Biergärten - und nicht zu vergessen die Berge und Seen in unmittelbarer Umgebung. Blöd nur, dass sich kaum noch jemand leisten kann, dort zu wohnen. Das Projekt ShabbyShabby Apartment sucht jetzt nach Lösungen für günstigen Wohnraum.

München ist die teuerste Stadt Deutschlands - zumindest was die Mietpreise angeht. 10,25 Euro zahlt man im Schnitt pro Quadratmeter - kalt versteht sich. Das Architekten-Kollektiv Raumlabor fragt sich deshalb, ob es nicht auch günstigere Möglichkeiten gibt. Mit kleinen Do-it-Yourself-Apartments zum Beispiel und hat deshalb zusammen mit den Münchener Kammerspielen das Projekt "ShabbyShabby Apartments" ins Leben gerufen.

"München ist echt ne tolle Stadt – nur keiner kann sich leisten, da zu leben."
Architekt Benjamin Förster-Baldenius hat ShabbyShabby Apartments mit ins Leben gerufen

Die Aufgabe: Wohnraum zu schaffen an allen möglichen und auch unmöglichen Plätzen: in einer Parklücke zum Beispiel, in den Isar-Auen, auf einem Schrebergartengelände - sogar am Fly-Over am Autobahnkreuz. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt - wohl aber dem Budget. Denn das Baumaterial für die ShabbyShabby Apartments darf höchstens 250 Euro kosten. Die besten Vorschläge sollen im September 2015 verwirklicht werden - dann können Münchner auch in Apartments einziehen und dort wohnen. Zumindest bis es zu kalt wird, denn Heizungen werden die Low-Badget-Behausungen wohl kaum haben.

Dass das Ganze funktionieren kann, hat das Architektenkollektiv von Raumlabor bereits im vergangenen Jahr in Mannheim gezeigt. Dort gab es das Projekt ShabbyShabby Hotels, bei dem junge Architekten ihre Ideen für günstige Hotelzimmer vorstellen konnten. Auch hier lag das Budgetlimit bei 250 Euro:

"Sperrholz ist noch das luxuriöseste Material dabei. Eins der eindrucksvollsten Gebäude ist aus Altglascontainern zusammengebaut worden."
Benjamin Förster-Baldenius über die ShabbyShabby Hotels

Apartments für das gleiche Geld zu bauen, dürfte im Übrigen noch ein bisschen schwieriger werden als Hotelzimmer. Denn schließlich sollen die Behausungen alltagstauglich sein. Das heißt, es muss nicht nur ein Bett zur Verfügung stehen: auch duschen, kochen und abwaschen müssen möglich sein. Benjamin Förster-Baldenius ist aber zuversichtlich, dass das gelingt. Bis zum Einsendeschluss am 30.03.2015 sind über 250 Vorschläge für ShabbyShabby Apartments eingegangen.